Durch Amokläufe und Gewalt: So rüstet sich Deutschland gegen den Terror

Der Reaktionismus hat Deutschland einmal mehr gepackt. Die Gräueltaten in Würzburg, München und Ansbach müssen schließlich Konsequenzen haben. Was die Politik jetzt fordert und wie die Erfolgschancen dafür stehen, erfahren Sie hier.

Die Schießerei in München hatte einen Großeinsatz der Polizei zur Folge. Auch zahlreiche Sondereinsatzkommandos waren dabei aktiv. Müssen wir uns auf solche Bilder zukünftig auch im Alltag einstellen? Bild: dpa

Wie kann man die deutsche Bevölkerung in Zukunft besser vor Amokläufen und Terror-Anschlägen schützen? Spätestens seit der Axt-Attacke in Würzburg und den Schüssen in München stellt sich diese Frage auch wieder für die deutsche Politik. Die ersten Forderungen ließen da natürlich nicht lange auf sich warten: Eine Ausweitung der Videoüberwachung, der Einsatz der Bundeswehr im Inneren und einmal mehr ein Verbot von Videospielen.

Doch helfen diese Maßnahmen wirklich? Und wie steht es mit den Erfolgschancen der Forderungen? Fassen wir es kurz: Die Ideen sind da, die Realisierungschancen eher unterschiedlich.

Oktoberfest und Flüchtlingschecks: Bayern wird zum Hochsicherheitstrakt

So gibt es derzeit vor allem aus Bayern mehrere Vorschläge und Forderungen. In München hat der Stadtrat entschieden, das Sicherheitskonzept des Oktoberfestes in Abstimmung mit Sicherheitsbehörden und Polizei zu überprüfen und möglicherweise anzupassen. Auch von einem Rucksackverbot war die Rede. Große Sorge um die Sicherheit beim Volksfest gebe es allerdings zumindest von Seiten der Wirte nicht. Die Wiesn sei bereits geschützt wie ein Hochsicherheitstrakt, sagte Wirt Christian Schottenhamel. "Ich habe größtes Vertrauen in die Polizei."

Zudem fordert die CSU eine Sicherheitsüberprüfung aller Flüchtlinge. Demnach müsse bereits bei der Erstkontrolle die Identität von Migranten so gut es geht festgestellt werden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière steht dem jedoch skeptisch gegenüber. Auch im Falle der Täter von Würzburg und Ansbach habe es eine Sicherheitsüberprüfung gegeben. Das Problem sei, dass es keine vollständige Datei möglicher Gefährder aus Syrien und dem Irak gebe. Deswegen ist die Speicherung von Fingerabdrücken bei der Einreise aus seiner Sicht nur bedingt erfolgversprechend.

Fasst man den aktuellen Stand zusammen, so stehen zumindest die Chancen für das Rucksackverbot sowie eine Anpassung des Sicherheitskonzeptes auf dem Oktoberfest sehr gut. Was die Überprüfung von Flüchtlingen angeht, ist der Ausgang eher unklar.

Amok und Terror in Deutschland: Das könnte sich jetzt ändern

Doch nicht nur in Bayern, auch auf Bundesebene häufen sich Forderungen, Ideen und Vorschläge. Verstärkung der Polizei, Zusätzliche Fahndungsmöglichkeiten im Kampf gegen illegalen Waffenhandel, eine Ausweitung der Videoüberwachung, sowie das umstrittene Verbot von Videospielen und der Einsatz der Bundeswehr im Inneren stehen hier derzeit zur Diskussion.

Darüber hinaus will die Deutsche Bahn ihre Sicherheitsmaßnahmen ausbauen. "Wir planen, in den nächsten Jahren bei der DB Sicherheit zusätzlich mehrere Hundert Mitarbeiter einzustellen sowie deren Ausbildung und Qualifizierung zu verbessern", sagte Bahnchef Rüdiger Grube. Die Sicherheitskräfte sollten in Zügen und Bahnhöfen eingesetzt werden und die Arbeit der Bundespolizei unterstützen. Derzeit seien etwa 3700 Bahn-Sicherheitsleute und 5000 Beamte der Bundespolizei im Einsatz.

FOTOS: Terror und Ausnahmezustand in München Schießerei am Olympia-Einkaufszentrum fordert Tote und Verletzte
zurück Weiter Polizisten mit Maschinenpistolen stehen in München am Hauptbahnhof und sichern das Gelände. (Foto) Foto: Andreas Gebert/dpa Kamera

Können Amokläufe verhindert werden? Was Experten dazu sagen, erfahren Sie hier.

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