"Hart aber fair" nach Amoklauf von München: Scharfe Kritik! Münchner Polizeisprecher ärgert sich über die Medien

Nach dem Amoklauf von München war auch Polizeipressesprecher Marcus da Gloria Martins bei einem Extra der Politik-Talkshow "Hart aber fair" als Gast geladen. Er nutzte die Sendung, um scharfe Kritik an den Medien und der Berichterstattung zu der Bluttat zu kritisieren.

Der Müncher Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins hat scharfe Kritik an den Medien geübt. Bild: dpa

Als am Freitagabend, 22.07.2016, ein 18-Jähriger im Olympia-Einkaufszentrum in München das Feuer wahllos auf Menschen eröffnet, gab es bereits zuvor die Axt-Attake in einem Regionalzug bei Würzburg. Den beiden Attentaten folgen zwei weitere: Ein Macheten-Angriff in Reutlingen und der Bombenanschlag in Ansbach am Montag, den 25. Juli 2016.

Die Medien sehen sich in der Pflicht, schnellstmöglich über derlei Geschehnisse zu berichten. Aber nun hat der Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins ihr Vorgehen dabei scharf kritisiert, wie die "Huffington Post" berichtet. Gegenüber Frank Plasberg machte er sich in einer Sondersendung der Polit-Talkshow "Hart aber fair" zu der Münchner Amoktat ordentlich Luft.

Marcus da Gloria Martins: "Nicht spekulieren, nicht voneinander abschreiben"

Zu oft entstünden im Zuge der Berichterstattungen Gerüchte und Spekulationen, die schnell weiter verbreitet werden und bei den laufenden Ermittlungen hinderlich seien. "Gebt uns doch mal die Chance, Fakten zu schaffen. Nicht spekulieren, nicht voneinander abschreiben", richtet er seine Worte allgemein an die Medien und erntet damit Applaus vom Publikum. Selbst Frank Plasbergs Argument, dass die Öffentlichkeit nach Informationen giert, kommt dagegen nicht an.

Gerade als Polizeisprecher sei es nicht immer leicht, Klarheit zu schaffen. Er müsse sich mit "rationalen Sachargumenten gegen eine Wand aus Angst, Gerüchten, Meinungen und Stimmungen" durchsetzen. Erschweren würden das aber nicht allein Medien, sondern auch die sozialen Netzwerke. So käme es schnell zu Falschmeldungen, die nur schwer wieder aus der Welt zu schaffen seien.

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kad/boi/news.de

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