Putschversuch in der Türkei: Entschlossen! Erdogan will Todesstrafe wieder einführen

Nach dem Putschversuch durch Teile des Militärs in der Türkei ist Präsident Recep Tayyip Erdogan dazu entschlossen trotz Mahnungen die Todesstrafe wieder einzuführen. Er geht damit eigenen Aussagen zufolge auf den Wunsch seines Volkes ein.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht vor seinen Anhängern nach dem gescheiterten Putschversuch. Bild: dpa

Ungeachtet aller Mahnungen aus Europa ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bereit, in seinem Land die Todesstrafe wieder einzuführen. Dies sagte Erdogan in der Nacht zum Dienstag, 19.07.2016, in einer Rede vor Anhängern in Istanbul. Voraussetzung sei ein verfassungsändernder Beschluss des Parlaments, sagte Erdogan in seinem ersten Interview nach dem gescheiterten Militärputsch dem US-Nachrichtensender CNN.

Er kündigte zudem weitere Konsequenzen auf den gescheiterten Putsch von Teilen des Militärs an. Am Mittwoch werde es Sitzungen des Nationalen Sicherheitsrats und des Kabinetts geben, sagte Erdogan vor Regierungsanhängern an seinem Wohnsitz in Istanbul. Dabei werde eine "wichtige Entscheidung" fallen, die er noch nicht verraten wolle.

Präsident Erdogan: "Warum soll ich die Putschisten füttern?"

In seiner Rede in Istanbul bekräftigte er seine Bereitschaft zur Widereinführung der Todesstrafe. Deren Abschaffung im Jahr 2004 sei kein Hindernis. "So wie diese Unterschriften getätigt worden sind, können sie auch zurückgenommen werden. Es reicht, dass unser Parlament das entscheidet. Es sind keine Gesetze, die man nicht verändern kann."

Erdogan verwies dabei bei CNN auf einen Wunsch seines Volkes nach der Höchststrafe. "Warum sollte ich sie (die Putschisten) auf Jahre hinweg im Gefängnis halten und füttern? - das sagen die Leute." Die Menschen wollten "ein schnelles Ende" der Putschisten, zumal sie Angehörige, Nachbarn oder Kinder verloren hätten. Bei Demonstrationen gegen den Putschversuch hatten bereits Anhänger von Erdogan die Todesstrafe für die Putschisten gefordert.

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