Integration in Deutschland: CDU-Politiker fordert Namensänderung für Migranten

Der CDU-Politiker Ruprecht Polenz fordert ein gesetzliches Recht für Zuwanderer auf Namensänderung. Dies würde die Integration erleichtern und Diskriminierung verhindern. Doch viele Gründe sprechen dagegen.

CDU-Politiker Ruprecht Polenz fordert Namensänderung für Migranten. Bild: dpa

Für Migranten ist die Einbürgerung der deutsche Pass oft nicht wirklich ausreichend für eine vollständige Integration in die Gesellschaft. CDU-Politiker Ruprecht Polenz fordert, dass Zuwanderer ein Anrecht auf eine Namensänderung haben sollten.

Namensänderung für Zuwanderer gefordert

"Der Wunsch einen deutschen Namen anzunehmen, ist ein sehr massiver Beleg dafür, dass man sich als Deutscher fühlt und als Deutscher gesehen werden möchte. Im Sinne der Integration ist das ja durchaus wünschenswert. Es macht einfach keinen Sinn, das zu verbieten", sagt Polenz im Interview mit "Focus Online". Zwar gebe es in Deutschland bereits viele anerkannte Gründe, den eigenen Nachnamen zu ändern. Umlaute, ein "ß" oder ein zu langer Name können trifftige Gründe sein. Aber auch nur dann, wenn der Namensträger durch orthografische Probleme "im Ausland nicht nur unwesentlich behindert" werde.

Änderungsanträge scheitern oft

Für Migranten sieht es allerdings schon anders aus. Sie haben nämlich kein automatisches Recht auf einen deutschen Namen. Im Alltag kann ein ausländischer Name in der Bundesrepublik jedoch zu Diskriminierung und Benachteiligung führen. Entsprechende Änderungsanträge scheitern oft. Eine gesetzliche Änderung könne jedoch Abhilfe schaffen. "Im internationalen Vergleich wird deutlich, dass andere Länder das anders handhaben. Dort wird mit dem Thema sensibler umgegangen. Ich würde mir wünschen, dass der Gesetzgeber auch hierzulande im Gesetz deutlich macht, dass es diese Möglichkeit gibt", zitiert der "Focus" den CDU-Politiker.

Namenskontinuität behindert Änderungen

Auch der ehemalige Präsident des Verfassungsgerichtshofs in Nordrhein-Westfalen, Michael Bertrams, teilt die Ansicht von Polenz. Gerichte seien in der Pflicht, Namensänderung zuzulassen, "wenn fremd klingende Namen eine Integration in das wirtschaftliche und soziale Leben hierzulande erschweren." Im Gegensatz dazu stehe jedoch die "Namenskontinuität". Es bestehe "ein öffentliches Interesse an der Beibehaltung des überkommenen Namens, um soziale Orientierung und sicherheitspolitische Identifizierung zu ermöglichen", meint Bertram weiter. Namens, um soziale Orientierung und sicherheitspolitische Identifizierung zu ermöglichen."

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bua/jat/news.de

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