Nach Amtsantritt von Präsident Rodrigo Duterte: Philippinische Polizei tötet mindestens 25 mutmaßliche Drogenkriminelle

Der neue philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat im Wahlkampf angekündigt, Drogenhändler und Kriminelle auf offener Straße erschießen zu lassen. Nun ist seine Amtszeit gerade einmal wenige Tage alt und die Zahl der Toten steigt bereits.

Die Folgen von Dutertes Versprechen: Philippinische Arbeiter tragen den Leichnam eines mutmaßlichen Drogendealers aus einem Tatort. Bild: dpa

Seit fünf Tagen ist Rodrigo Duterte, der neue Präsident der Philippinen, nun im Amt. Die Wahlen gewann er mit einem Vorsprung von 15 Prozent zu seinen Konkurrenten. Am Ende, so schreibt es n-tv, "gewann Rodrigo Duterte einfach nur noch Stimmen dazu". Ein Grund für seinen Erdrutsch-Sieg: Er hatte versprochen, Kriminalität und Drogenhandel binnen sechs Monaten zu beenden.

Dutertes Kampf gegen die Kriminalität: "Richtet schon mal mehr Beerdigungsinstitute ein"

"Wenn ich Präsident bin, mache ich in sechs Monaten Schluss mit der Kriminalität. Richtet schon mal mehr Beerdigungsinstitute ein", soll er während seiner Wahlkampagne verkündet haben. Der Eifer, mit dem er dieses Versprechen verfolgt, ist jedoch sogar noch beispielloser als sein Erfolg bei den Wahlen.

Kurz nach Bekanntwerden seines Sieges setzte Duterte Kopfgelder auf Dealer aus. Die Bevölkerung soll er dazu aufgerufen haben, "Drogenhändler und -Süchtige eigenhändig umzubringen", so n-tv. Wer einen Junkie kenne, solle losgehen und ihn töten. Es wäre ein Gefallen, den man den Eltern der Suchtkranken tun würde, sagte Duterte laut dem britischen "Guardian".

Rodrigo Duterte: fünf Tage im Amt, zwischen 25 und 100 Menschen getötet

Die Zahl der getöteten mutmaßlichen Drogenkriminellen und Verbrecher seit seinem Amtsantritt schwankt derzeit noch stark, abhängig von den Quellen, auf die man sich bezieht. Der Deutschen Presseagentur (dpa) zufolge hat die philippinische Polizei bisher 25 mutmaßliche Drogenkriminelle getötet, n-tv berichtet von 29 Personen und laut philippinischen Medien sind es gar 100 Menschen, "die im Verdacht standen, in Drogengeschäfte, Vergewaltigung oder Raub verwickelt zu sein."

Bereits vor seiner Zeit als Präsident, als Bürgermeister der südphilippinischen Stadt Davao, war Duterte für solcherlei Methoden bekannt. So werfen ihm Menschenrechtler vor, die Tötung hunderter Krimineller durch Todesschwadrone geduldet zu haben. Er selbst hat das nie bestritten.

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mie/ruc/news.de/dpa

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