Skurrile Stellenanzeige: Bundesamt für Migration sucht Juristen ohne Fachkenntnisse

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge will bis zum Jahresende alle Asylverfahren bearbeitet haben. Dafür suchen die Leiter des BAMF nun nach Juristen. Das Groteske daran: Die Rechtsvertreter sollen über keinerlei Vorkenntnisse verfügen.

Frank-Jürgen Weise, Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), ist sich sicher, alle Asylanträge - auch die Altfälle, bis zum Jahresende bearbeiten zu können. Bild: dpa

Um die zahlreichen Asylverfahren schneller bearbeiten zu können, sucht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aktuell nach Juristen, das berichtet unter anderem der "Focus Online". Die Juristen sollen vor allem als "Anhörer im Asylverfahren" eingesetzt werden.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sucht Juristen ohne Vorerfahrung

Besonders skurril: Die Ausschreibung richtet sich explizit an Juristen ohne Vorkenntnisse auf diesem Gebiet. Der Grund für die groteske Stellenausschreibung läge den Nürnberger Behörden zufolge darin, eine "Interessenkollision mit den hoheitlichen Aufgaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge" zu vermeiden. Das Stellenangebot, "richte sich daher nicht an Juristen, die auf dem Gebiet des Asyl- und Ausländerrechts tätig sind."

Des Weiteren heißt es in der Anzeige: Die Bewerber dürfen während und bis zwei Jahre nach Vertragsende keine Rechtsanwaltstätigkeiten ausüben, "die asylrechtliche oder ausländerrechtliche Fragestellungen betreffen."

Logisch ist, dass Anwälte bei der Vertretung in Rechtsangelegenheiten nicht die Seiten wechseln sollen, dennoch ist es ungewöhnlich, das Fachleute als Bewerber von vornherein ausgeschlossen werden. Gegenüber dem "Spiegel" betonte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Ausländer- und Asylrecht im Deutschen Anwaltverein, Thomas Oberhäuser, dass das BAMF mit seiner Stellenausschreibung "gegen das Prinzip der Bestenauslese im öffentlichen Dienst verstoße.

BAMF zuversichtlich: Alle Asylanträge sollen bis zum Jahresende bearbeitet werden

Das Amt würde sich mit dieser Einschränkung selbst schaden, betont Thomas Oberhäuser. Und er könnte damit nicht ganz unrecht haben. Eine Einarbeitung neuer, unerfahrener Kräfte bedeutet schließlich jede Menge Einarbeitungszeit.

Die Leiter des BAMF sind dennoch zuversichtlich. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wird nach den Worten des Behördenleiters Frank-Jürgen Weise bis zum Jahresende alle Asylanträge - auch die Altfälle - bearbeiten können. "Es sieht alles danach aus, dass wir das schaffen", sagte Weise dem ZDF-"heute journal".

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sba/ife/news.de

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