Recep Tayyip Erdogan als Mörder dargestellt!: Türkei will Foto mit Erdogan-Kritik aus Ausstellung entfernen

Recep Tayyip Erdogan ist mal wieder sauer! Opfer seine Unmuts: Der Fotograf Demir Sönmez. Weil der Erdogan unter einem seiner Fotos für den Tod eines 15-jährigen verantwortlich macht, will der Präsident das Bild nun verschwinden lassen.

Erneut hat ein Erdogan-kritischer Text den Unmut des türkischen Präsidenten geweckt. Bild: Legnan Koula/dpa

Recep Tayyip Erdogan kann es einfach nicht lassen. Nach dem er erst in den vergangen Wochen wegen diverser Strafanträgen für Empörung sorgte, scheint der türkische Präsident noch immer nicht genug zu haben. Opfer seines Unmuts ist diesmal der Fotograf Demir Sönmez, der unter einem seiner Fotos Erdogan für den Tod eines 15-Jährigen verantwortlich macht.

Erdogan will Foto auf Genfer Ausstellung entfernen lassen

Wie der "Focus" online berichtet, habe die Türkei bereits um die Entfernung des Bildes, das Präsident Recep Tayyip Erdogan für den Tod eines 15-jährigen Jungen während der Proteste um den Gezi-Park in Istanbul im Jahr 2015 verantwortlich macht, gebeten.

Der 15-jährige Berkin Elvan war während der Proteste im Mai und Juni 2015 von einer Tränengasgranate der Polizei am Kopf getroffen worden und nach 269 Tagen im Koma gestorben. Der Tod des Teenagers hatte die Proteste gegen den damaligen Regierungschef weiter angeheizt. Vor allem das Verhalten der Polizei stand unter scharfer Kritik.

Recep Tayyip Erodgan vs. Meinungsfreiheit

Das Werk des Schweizer Fotografen kurdisch-armenischer Abstammung hängt in einer Freiluft-Austellung der Vereinigten Nationen in Genf. Der französische Bildtext lautet: "Ich heiße Berkin Elvan. Die Polizei hat mich getötet im Auftrag des türkischen Ministerpräsidenten." Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagteSönmez, er wolle den "vielfachen Kampf des Volks" zeigen.

Nicht erst seit Jan Böhmermanns Schmähgedicht werfen Kritiker Erdogan vor, das Recht auf freie Meinungsäußerung immer weiter einzuschränken. Schließlich bringt es der 62-Jährige in seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit als Präsident auf satte 2000 Strafanzeigen wegen mutmaßlichen Beleidigungen des Staatsoberhauptes.

Passend dazu: 10 Monate Knast für Erdogan - wegen eines Gedichts.

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sba/lvo/news.de

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