Griechen schon wieder pleite?: Neuer Hilferuf aus Athen: Tsipras bettelt bei Merkel

Griechenland verhandelt erneut mit seinen Gläubigern, um eine Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Doch viel geändert hat sich seit dem dritten Hilfspaket nicht. Nun soll Ministerpräsident Tsipras Merkel telefonisch mal wieder um Hilfe gebeten haben.

Alexis Tsipras und Angela Merkel bei einem Treffen in Brüssel, Belgien. Bild: dpa/ Olivier Hoslet

Im Ringen um mögliche weitere Sparvorgaben für Griechenland hat sich Regierungschef Alexis Tsipras an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt. In einem Telefonat am Dienstagabend habe er Merkel gesagt, dass seine Regierung nur die Maßnahmen in die Tat umsetzen werde, die im Juli 2015 in Zusammenhang mit dem dritten Hilfspaket für Griechenland vereinbart worden waren, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus griechischen Regierungskreisen. Über das Gespräch hatte zuvor die "Bild" berichtet.

Tsipras bittet Merkel um Hilfe: Gläubiger sollen weniger Druck auf Griechenland ausüben

Nach Recherchen griechischer Medien bat Tsipras Merkel, ihren Einfluss zu nutzen, damit die Gläubiger keine zusätzlichen Maßnahmen beschließen. Er könne dies in Griechenland politisch nicht vertreten. Weitere Sparvorgaben hätten demnach eine destabilisierende Wirkung. Tsipras verfügt über eine knappe Mehrheit von 153 der 300 Abgeordneten im Athener Parlament.

In Athen läuft in dieser Woche eine neue Runde der Gespräche mit den internationalen Geldgebern über das Reformprogramm. Im Mittelpunkt stehen hauptsächlich Sparmaßnahmen im Umfang von 5,4 Milliarden Euro. DerInternationaler Währungsfonds (IWF) besteht zudem auf Gespräche über ein sogenanntes "Sparprogramm auf Vorrat" in Höhe von etwa drei Milliarden Euro. Dies solle in Kraft treten, falls Athen das von den Gläubigern gesetzte Ziel eines primären Überschusses (ohne Schuldenbedienung) 2018 nicht erreichen sollte.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sba/ruc/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser