Kita-Streik 2016: Neue Runde: Warnstreiks in Kitas und im Nahverkehr

Kurzes Abtasten, dann war die erste Tarifrunde im öffentlichen Dienst zu Ende. Noch vor der zweiten wollen die Gewerkschaften ihren Forderungen mit Warnstreiks Nachdruck verleihen.

Es droht ein neuer Kita-Streik. Bild: dpa

Im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen stehen in der kommenden Woche Warnstreiks bevor - unter anderem in Kitas und im Nahverkehr. Der Beamtenbund dbb kündigte Aktionen für Dienstag in Bremerhaven an, für Mittwoch in Fulda und Erfurt und für Donnerstag in Flensburg und Salzgitter. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft zum Ende der Woche zu "betrieblichen Aktionen" bis hin zu Warnstreiks auf, vor allem in Kitas.

Aufruf zu Warnstreiks in Kitas

Der Verdi-Bundesvorstand will erst am kommenden Montag entscheiden, ob und in welchem Umfang die Gewerkschaft vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die gut zwei Millionen Beschäftigten zu Aktionen aufruft. Der Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat offenbar schon eine Vorentscheidung für Warnstreiks getroffen: Er will am Montag nur noch festlegen, wann und wo diese stattfinden sollen.

Kita-Streiks vorerst nur ein Warnschuss

Die Aktionen sind wohl zunächst nur als erster Warnschuss zu verstehen. Bei der GEW hieß es, sie würden bei weitem nicht so heftig ausfallen, wie die Kitastreiks des vergangenen Jahres. Verdi-Landesbezirksleiter Oliver Greie sagte auf Anfrage in Leipzig: "Wir wollen klein anfangen, um den Arbeitgebern Zeit zum Nachdenken und zum Nachbessern vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen zu geben."

Die zweite Runde der jetzigen Tarifverhandlungen ist für übernächsten Montag (11. April) vereinbart worden. Die erste Runde war am 21. März ohne Annäherung zu Ende gegangen.

6 Prozent mehr Lohn für Arbeitnehmer

Verdi und der dbb fordern für die Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn.Die Arbeitgeber lehnen das als zu hoch ab. Ein weiterer strittiger Punkt ist die betriebliche Altersversorgung in den Kommunen. Städte und Gemeinden wollen hier Leistungseinschnitte.

Verhandelt wirdunter anderem fürErzieher, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Kliniken sowie Bundespolizisten. dbb-Chef Klaus Dauderstädt sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" Warnstreiks seien vor allem in kommunalen Einrichtungen geplant, etwa bei Zulassungsstellen, Kitas, Ordnungsämtern sowie Verkehrsbetrieben wie Straßenbahnen und Bussen.

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