Flüchtlingskrise
Rotes Kreuz fürchtet humanitäre Katastrophe in Idomeni

Durch einen schweren Sturm in der Ägäis sind am Mittwoch erstmals seit Monaten keine Flüchtlinge mehr in Griechenland angekommen. Die Lage im griechisch-mazedonischen Grenzlager Idomeni scheint sich dennoch zuzuspitzen: Das Rote Kreuz fürchtet eine Eskalation, die Menschen vor Ort weigern sich, in andere Lager umzuziehen und blockieren unter anderem die Zufahrtswege.

Migranten an der griechisch-mazedonischen Grenze in Idomeni am 24. März 2016. Bild: dpa

Zum ersten Mal seit Monaten hat in den vergangenen 24 Stunden kein einziger Migrant von der türkischen Ägäisküste aus zu den griechischen Inseln übergesetzt. Dies teilte der griechische Stab für die Flüchtlingskrise am Donnerstag mit.

Die Behörden sind sich sicher, dass die Ursache dafür ein schwerer Sturm sei, der am Mittwoch in der Region wütete, sagte ein Offizier der griechischen Küstenwache auf der Insel Chios der Deutschen Presse-Agentur.

Rotes Kreuz: Lage in Idomeni mit 12.000 Flüchtlingen ist explosiv

Indes harren in der Umgebung des Flüchtlingslagers von Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze immer noch mehr als 12.000 Menschen aus, teilte der Krisenstab weiter mit. Die Flüchtlinge wollen nicht in besser ausgestattete Lager in Nordgriechenland umziehen, da sie befürchten, dass sie dort interniert werden könnten.

Das Rote Kreuz erwartet eine Eskalation in dem Camp Despoina Filippidaki, die Sprecherin des Roten Kreuzes aus Idomeni, sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie fürchte, es könne "zu einer Explosion kommen. Einige Migranten - überwiegend junge Leute - blockieren Straßen und wir können unsere humanitäre Hilfe nur unter schwierigsten Bedingungen verteilen."

Auch auf Inseln der Ostägäis immer noch fast 4.000 Migranten

Die Migranten wollen nach Mitteleuropa weiterreisen und protestieren seit Tagen gegen die Schließung der Grenze zum griechischen Nachbarland Mazedonien, der ersten Station der Balkanroute in Richtung Norden. Auf den Inseln der Ostägäis sollen sich nach Angaben des Krisenstabs zur Zeit noch weitere 3.924 Migranten befinden.

Weitere Informationen zur Lage im Camp: Flüchtlinge in Idomeni zünden sich an.

FOTOS: 2015 - Das Jahr der Flüchtlinge Die Flüchtlingskrise in Bildern

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lid/kad/news.de/dpa

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3 Kommentare
  • hellboy

    28.03.2016 13:55

    Sie sollten in den sonnigen Süden reisen; - dort, wo die deutschen Gutmenschen Urlaub machen!

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  • der Werner

    25.03.2016 12:03

    Wer in Sicherheit ist und bessere Bedingungen, vor allem wäre es für die Kinder besser,verweigert dem sollte man auch nicht mehr helfen.Auch keine aufreisserische Presse mehr.NICHTS.......

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  • kanitvastan

    25.03.2016 09:53

    "migranten wollen nach mitteleuropa weiterreisen", aha...nur weil ihr flüchtlinge seit, wollt ihr einen sonderstatus. das leben ist kein ponyhof.

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