Häusliche Gewalt im Untergrund
NSU: Beate Zschäpe bezog Prügel von Uwe Böhnhardt

Am Mittwoch hat Beate Zschäpe, letzte Überlebende des rechten Terror-Trios NSU, vor Gericht weitere Aussagen zu ihrem ehemaligen Leben im Untergrund gemacht. Demnach soll es auch regelmäßig zu häuslicher Gewalt unter den Rechtsterroristen gekommen sein.

Beate Zschäpe ließ am Mittwoch erneut eine Aussage vor Gericht verlesen - und die hatte es in sich. Bild: dpa

Beate Zschäpe, mutmaßliche Rechtsterroristin, hat am Mittwoch im Münchner NSU-Prozess erneut Fragen des Gerichts beantwortet. Ihre Aussage wurde verlesen. Darin berichtet Zschäpe von häuslicher Gewalt während ihres Lebens im Untergrund: Sie sei mehrfach von ihrem mutmaßlichen NSU-Komplizen Uwe Böhnhardt geschlagen worden.

Beate Zschäpe: Verprügelt von Uwe Böhnhardt?

Vor allem in der Anfangszeit nach ihrem Untertauchen 1998 sei dies häufiger passiert, wenn Böhnhardt "verbal die Argumente ausgingen", so Zschäpes Aussage. Zum Beispiel habe es Streit darüber gegeben, dass eine Waffe offen in der Wohnung herumgelegen hätte. Sie habe das nicht gewollt, er habe den "Streit mit Schlägen beendet".

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Erste Details zu Terror-Helfer André E.

Zschäpe enthüllte am Mittwoch auch das erste Mal Details rund um den Kontakt zu ihrem mitangeklagten, mutmaßlichen Helfer André E. und dessen Ehefrau: Das Paar habe gewusst, dass Böhnhardt und sein NSU-Komplize Uwe Mundlos Banküberfälle verübten. Von den Morden und Sprengstoffanschlägen soll das Ehepaar jedoch nichts gewusst haben.

Beate Zschäpe ist die einzige Überlebende der Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU). Sie ist wegen Mittäterschaft bei allen Verbrechen der Gruppe angeklagt, darunter 9 rassistisch motivierte Morde.

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lid/news.de/dpa

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