Landtagswahlen 2016 - Erste Prognose und Ergebnisse
CDU und SPD bei Wahlen schwach, Winfried Kretschmann und AfD triumphieren

Die Flüchtlingskrise hat Folgen für das Parteiensystem: Der Durchmarsch der AfD in drei weitere Landtage stellt die Etablierten vor Probleme. Die Zeiten einfacher Regierungsbildungen sind vorbei. Das sind die Ergebnisse der Landtagswahlen am 13.03.2016.

Malu Dreyer mit überraschend klarem Sieg in Rheinland-Pfalz. Bild: dpa

Schwache Volksparteien, sehr starke Grüne in Baden-Württemberg und eine triumphierende AfD: Die Landtagswahlen am Sonntag haben die Parteienlandschaft gehörig durcheinandergewirbelt. Der Einzug der Rechtspopulisten in die Landesparlamente von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt mit zweistelligen Ergebnissen macht die Regierungsbildung schwierig. Die Abstimmungen am "Super-Sonntag", dem wichtigsten Wahltermin seit der Bundestagswahl, galten auch als Votum zur Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

In Baden-Württemberg wurden die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Prognosen von 18 Uhr zufolge erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik stärkste Partei. Allerdings dürfte es für eine Fortsetzung der bundesweit ersten grün-roten Koalition nicht reichen. Im Duell der Frauen in Rheinland-Pfalz verwies die SPD von Regierungschefin Malu Dreyer die CDU von Herausforderin Julia Klöckner nach einem dramatischen Wahlkampfendspurt doch noch klar auf Platz zwei. Rot-Grün als Koalition wurde aber abgewählt. In Sachsen-Anhalt fuhr die noch junge AfD, die nunmehr in acht der 16 Landtage vertreten ist, ein Rekordergebnis ein: Mit 21,5 bis 23 Prozent wurde sie zweitstärkste Partei.

Reiner Haseloff gewinnt mit der CDU in Sachsen-Anhalt. Bild: dpa

Landtagswahl in Baden-Württemberg nach den Prognosen von ARD und ZDF

In Baden-Württemberg lagen die Grünen mit dem auch bei konservativen Wählern geschätzten Regierungschef Kretschmann bei 30,3 Prozent (2011: 24,2) - und schoben sich damit in der einstigen CDU-Hochburg vor die Christdemokraten. Diese brachen mit ihrem eher blassen Spitzenkandidaten Guido Wolf völlig ein und wurden mit 27,0 Prozent (39,0) erstmals seit Gründung des Bundeslandes nicht stärkste Partei. Auch die SPDfuhr mit 12,7 Prozent (23,1) ihr mit Abstand schlechtestes Wahlergebnis im "Ländle" ein. Eine Zäsur für die Volksparteien: Selbst für beide zusammen reicht es nicht. Die AfD errang aus dem Stand 15,1 Prozent. Die seit der verlorenen Bundestagswahl 2013 schwächelnde FDP konnte sich mit rund 8 Prozent (5,3) im Landtag halten. Die Linke kam nicht in den Landtag.

Demnach sah die Sitzverteilung so aus:

  • Grüne 47
  • CDU 42
  • SPD 19
  • FDP 12
  • AfD 23

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz nach den Prognosen von ARD und ZDF

In Rheinland-Pfalz gewann keines der traditionellen politischen Lager. Die seit 25 Jahren regierende SPD wurde aber nach jahrelanger Umfrageschwäche mit 36,2 Prozent (2011: 35,7) doch wieder stärkste Partei. Klöckners CDU blieb mit 31,8 bis 33 Prozent (35,2) unter ihrem alten Ergebnis. Die 2011 erstarkten Grünen stürzten auf 5,3 Prozent ab (15,4). Die FDP konnte nach fünf Jahren Abwesenheit im Landtag mit 6,2 Prozent (4,2) von einer Rückkehr ausgehen. Die neu angetretene AfD bekam auf Anhieb auf 12,6 Prozent. Auch in Mainz blieb die Linke draußen.

Daraus ergab sich folgende Sitzverteilung:

  • SPD 39
  • CDU 35
  • Grüne 6
  • FDP 7
  • AfD 14
In Baden-Württemberg lagen die Grünen mit dem auch bei konservativen Wählern geschätzten Regierungschef Kretschmann vorn. Bild: dpa

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nach den Prognosen von ARD und ZDF

In Sachsen-Anhalt blieb die seit 2002 regierende CDU mit Ministerpräsident Reiner Haseloff zwar annähernd stabil bei 29,8 Prozent (2011: 32,5) und verteidigte ihre Position als stärkste Partei. Allerdings stürzte ihr Juniorpartner SPDwie in Baden-Württemberg ab: 10,6 Prozent waren für eine Fortsetzung der Koalition zu wenig. Die Linke fiel mit nur noch 16,2 Prozent (23,7) hinter die AfD (24,4 Prozent) als neue Nummer zwei zurück. Die Grünen bangten am Abend mit 5,2 Prozent (7,1) um den Verbleib im Landtag. Die zuletzt dort nicht vertretene FDP schaffte mit 4,8 Prozent (3,8) erneut nicht den Einzug in den Landtag.

Damit würden die Mandate wie folgt verteilt:

  • CDU 30
  • SPD 11
  • Grüne 5
  • Linke 16
  • AfD 25

Wegen des extrem starken AfD-Abschneidens hing maßgeblich vom Ergebnis der beiden kleinen Parteien ab, ob es für eine Wiederauflage von Schwarz-Rot in Magdeburg reicht. Ohne Grüne und FDP im Landtag, wäre der Weg dafür möglicherweise frei. Sollte eine von beiden Parteien im Endergebnis über der Fünf-Prozent-Hürde liegen, würde es eng; in dem Fall wären Dreier- oder gar Viererbündnisse denkbar.

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19 Kommentare
  • Peter Landgraf

    16.03.2016 17:44

    Werner,Dein Verfallsdatum ist doch schon längst überschritten, eine gute Pilzsuppe könnte da vielleicht Abhilfe schaffen, ich würde sie sogar spendieren!

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  • werner.4321

    16.03.2016 14:28

    Landgraf: Haben Sie den nachgeholten Karnevallsumzug gesehen und warten noch auf Aschermittwoch??? Den gibt es in diesem Jahr nicht mehr!!! Hoffentlich verpasst der Sensenmann nicht Ihren Termin! Dann wären Sie vielleicht unsterblich?! Das würde ich NICHT aushalten!!! Törö, törö,törö!!!!

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  • Peter Landgraf

    15.03.2016 00:34

    Nö mattenb,ich bin nicht der einzige, der Deine Unfähigkeit erkannt hat, rede Dich nicht raus, ,lasse es doch, aber jeder blamiert sich so gut er kann! aber egal ich weiß ja wie Du tickst!

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