Brisante Enthüllung
IS-Aussteiger enttarnt 22.000 Terroristen

Eine ehemaliges Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat hat dem britischen Sender Sky News einen Datenträger mit den Identitäten von 22.000 Kämpfern zugespielt. Auch die deutschen Behörden sind interessiert an den Geheimdokumenten: Die Daten zeigen erstmals einen detaillierten, wie schockierenden Einblick in die Strukturen der Organisation.

Screenshot eines IS-Propagandavideos vom Oktober 2009. Bild: dpa

Der britische Sender Sky News hat die Namen und Identitätsprofile von 22.000 Mitgliedern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf einem Datenträger zugespielt bekommen. Nach Angaben des Senders vom Mittwoch stammen die Betreffenden aus 51 Ländern, bei einigen soll es sich um noch unbekannte Kämpfer aus Nordeuropa, den USA und Kanada handeln, die bislang nicht im Visier der Sicherheitsbehörden standen.

Datenträger wurde von enttäuschtem IS-Kämpfer zugespielt

Die Daten seien von einem ehemaligen, enttäuschten Mitglied der Miliz gestohlen und Sky News übermittelt worden. In den Akten sind offenbar persönliche Merkmale wie Blutgruppe, Kampferfahrung und Telefonnummer vermerkt.

Wie die "Bild"-Zeitung online berichtet, müssten die Kämpfer vor einer Aufnahme in die Miliz Bögen ausfüllen, die ihren Namen, ihre Adresse, die Telefonnummer sowie Angaben zur Familie enthalten. Dabei müssen angeblich auch diverse Fragen beantwortet werden, so etwa, ob der Interessent bereits "Dschihad-Erfahrung" habe, oder ob er "Kämpfer oder Selbstmordattentäter" werden wolle.

Aufgelistete Märtyrer mit vollem Namen in einem Datensatz

Ein Datensatz habe ausdrücklich "Märtyrer" aufgelistet, die sich bereits für Selbstmordanschläge bereit erklärt haben sollen. Wie die Zeitung weiter unter Berufung auf "Sky News" berichtet, habe der Sender die Behörden informiert.

Thomas de Maizière, deutscher Bundesinnenminister, sehe die aufgetauchten Geheimdokumente als besonders hilfreich auch für die deutschen Behörden an: Das Material biete eine große Chance für die Strafverfolgung, die Strukturen der Terror-Organisation würden so besser verständlich, sagte er am Dienstag in Berlin.

FOTOS: Islamischer Staat Der IS-Terror in Bildern
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boi/lid/news.de/dpa

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1 Kommentare
  • hellboy

    10.03.2016 14:12

    Das ist ja mal eine gute Nachricht. Hoffentlich kann man an Hand dieser Informationen das Krebsgeschwür "Islamischer Staat" größtenteils eliminieren. Weltweite Fahndung! "Schläfer" in Europa sollten schnellsten vor Tribunale und hart abgeurteilt werden! Natürlich wird es wieder zu Interessenkonflikten mit einigen Herrschern im Nahen und Mittleren Osten kommen.....

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