Vom Terroristen zum Politiker
RAF-Mann Wolfgang Grundmann ist SPD-Spitzenkandidat in Marburg

SPD-Mann Wolfgang Grundmann kandidiert für den Ortsbeirat im Marburger Stadtteil Weidenhausen - und ist ein ehemaliger Terrorist: In den 1970er Jahren war er Mitglied der "Rote Armee Fraktion" und wurde bei einem blutigen Polizeieinsatz verhaftet. Seine Partei versucht nun verzweifelt, ihn aus der medialen Schusslinie zu nehmen.

Fahndungsfotos von 1971 von RAF-Mitgliedern. Unmittelbar nach Andreas Baader und Gudrun Ensslin: Manfred Grashof, der 1972 zusammen mit Wolfgang Grundmann festgenommen wurde. Bild: dpa

Wolfgang Grundmann (67) ist Spitzenkandidat der SPD für den Stadtteil Weidenhausen in Marburg - und ehemaliger Terrorist: Grundmann war von 1970 bis 1972 Mitglied der "Rote Armee Fraktion" (RAF), der ersten Generation der Links-Terroristen. Bei den Kommunalwahlen am 6. März will er einen Sitz im Ortsbeirat erlangen. Dies berichtet die "Bild"-Zeitung online.

SPD-Chef: "Vollständig resozialisiert"

Sascha Hörmann, Chef des Weidenhausener SPD-Ortsvereins, sagte der Zeitung: "Ich verstehe das Problem nicht. Er hat seine Strafe abgesessen, ist damit vollständig resozialisiert." Gerfried Zluga-Buck, Pressereferent der SPD Hessen versicherte der "Bild" gegenüber, Grundmann habe sich nach der Haft nichts zu schulden kommen lassen - er habe wie jeder andere Bürger das Recht, "sein aktives und passives Wahlrecht wahrzunehmen".

Wolfgang Grundmann: Was geschah am 2. März 1972?

Wolfgang Grundmann wurde am 2. März 1972 zusammen mit Manfred Grashof, einem weiteren RAF-Mann, in Hamburg festgenommen. Während des Einsatzes schoss Grashof um sich, ein Beamter starb in Folge seiner Verletzungen. Grashof wurde später wegen Mordes verurteilt.

Grundmann hingegen konnte in einem fast zwei Jahre andauernden Prozess kein konkreter Tatvorwurf gemacht werden: Er hatte zum Zeitpunkt des Zugriffs eine Waffe bei sich, diese jedoch nicht benutzt. Er wurde wegen der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verurteilt und 1976 aus dem Gefängnis entlassen.

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lid/sam/news.de

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11 Kommentare
  • tyty

    06.03.2016 16:54

    @lason.Ueberlege, wenn die Fluechtlinge auch nur 10% von Grundmanns Eiern haetten .Die haetten woanders besseres zu tun!

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  • Plumbum

    06.03.2016 13:56

    Solchen Leuten gehört bis Zum Lebensende die bürgerlichen Ehrenrechte ( Wahl , politische Ämter etc.) bis zum Lebensende entzogen: Wie Kann man auf die Idee kommen einen vermeindlichen Mörder, Ex Terrorist , über haupt in einer Partei aufzunehmen.

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  • Iason

    05.03.2016 21:30

    @tyty: Da kann er ja sogar noch Außenminister werden.

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