26.02.2016, 11.37 Uhr

Kim Jong-Il schwelgte im Luxus: Ex-Leibwächter packt aus: So ticken Nordkoreas Diktatoren

Wir wissen ja eigentlich nur wenig über das Leben im nordkoreanischen Palast. Nun packt aber einer aus, der es wissen muss: Kim Jong-Guk war früher Leibwächter von Diktator Kim Jong-Il - dann wurde er Menschenrechtsaktivist.

Kim Jong-Il war sein Volk egal. Bild: KCNA/dpa

Wenn man Bodyguard eines Diktators ist, hinterlässt das sicherlich einen bleibenden Eindruck. Lee Jong-Guk war Bodyguard des verstorbenen Diktators Nordkoreas Kim Jong-Il, Vater von Kim Jong-Un. Der Ex-Leibwächter hat der Diktatur nach dieser beruflichen Erfahrung abgeschworen - heute ist er Menschenrechtsaktivist. Gegenüber dem Schweizer Blatt "Echo der Zeit" packt er nun über das luxuriöse Leben der Diktatoren im bettelarmen Nordkorea aus.

Kim Jong-Il war das Leid seines Volkes egal

Und der Ex-Leibwächter erhebt schwere Vorwürfe gegen den verstorbenen Kim Jong-Il. Er habe um das Leid seiner Bevölkerung gewusst, dass sein Volk Not leidet, dass seine Bevölkerung verhungerte. Doch Kim Jong-Il war kein Diktator, der etwas für sein Volk übrig hatte. Jong-Guk beschreibt ihn als vulgär, selbstverliebt, rüpelhaft, brutal, paranoid und zutiefst unsicher. Sein Volk war ihm egal.

Kim Jong-Il stand auf westlichen Luxus

Und: "All die unglaublichen Dinge, die seit Jahrzehnten über die Innereien des Machtapparates kursieren – sie entsprächen im Großen und Ganzen der Wirklichkeit", so Jong-Guk. Der Diktator liebte Actionfilme und hatte einen Hang zum westlichen Luxus in den eigenen vier Palastwänden. Besonders liebte er Mercedes-Limousinen, skandinavische Möbel, französisches Parfüm, die als Raumsprays zweckentfremdet wurden, japanisches Essen und amerikanische Schnäpse. Einer von Jong-Guks Leibwächter-Kollegen wurde ins Gefängnis geworfen, weil er einen von Jong-Ils Aschenbecher benutzt hatte.

Nach 10 Jahren kehrte Kim Jong-Guk in die harte Wirklichkeit Nordkoreas zurück

In seinen zehn Jahren im Dienst des Diktators habe Jong-Guk nur Luxus gesehen. Mit 18 war er für den Leibwächter-Dienst erwählt wurden, musste durch eine ein-jährige harte Ausbildung und Prüfungszeit gehen. Dann wurde einer seiner Cousins persönlicher Fahrer des Diktators und Jong-Guk musste gehen. Striktes Gesetz im nordkoreanischen Palast: Zwei Blutsverwandte dürfen dem Diktator nicht gleichzeitig dienen. Nach seiner Entlassung schlug Jong-Guk das Trauma und Elend der nordkoreanischen Bevölkerung umso heftiger entgegen.

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