Alternative für Deutschland im Kreuzfeuer: Heiko Maas und die Katholische Kirche wettern gegen AfD

Die AfD und die Kirche stehen auf Kriegsfuß: Kirchen werden bei Veranstaltungen der "besorgten Bürger" verdunkelt und AfDler wie Bernd Höcke wettern gegen die Kirchenoberhäupter. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas ist die Partei ein Dorn im Auge.

Die AfD bekommt Gegenwind von Kirche und Staat. Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die kirche/1/">katholische Kirche bezieht Stellung gegen die Alternative für Deutschland (AfD). Bei Aufmärschen in Köln und Erfurt haben die Bischöfe veranlasst, die Beleuchtungen ihrer Kirchen abzuschalten. Eine klare Botschaft. Doch nicht nur die Oberhäupter der Kirche stellen sich gegen die Rechten. Auch die Schäfchen ziehen mit. Spannend dürfte es zum nächsten Katholikentag vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig werden, wenn die Kirche auf Legida trifft.

"Die zwölf Prozent für die AfD in den Umfragen kommen nicht von ungefähr"

Die Kirche positioniert sich, plädiert für Gastfreundschaft und christliche Nächstenliebe - und dazu gehört eben auch, Notleidenden zu helfen. All das sind christliche Werte. Alexander Görlach, promovierter Theologe und Linguist, schreibt in einem Gastbeitrag für "spiegel.de": "Die Kirche braucht nun viele Unterstützer. Denn klar ist: Die zwölf Prozent für die AfD in den Umfragen kommen nicht von ungefähr. Es sind, gerade im Westen des Landes, sicher etliche eingeschriebene Kirchenmitglieder unter ihren Sympathisanten. Solange ihre Wahlzettel nicht in der Urne liegen, gilt es, um jeden zu kämpfen und zu ringen."

In ostdeutschen Parlamenten ist die AfD aktiver als im Westen

 

Tatsächlich ist die AfD auf dem Vormarsch. In fünf Landesparlamenten ist die AfD bereits vertreten. Ihre Chancen, im März in die Landtage von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt einzuziehen, stehen gut. Die Alternative will als rechte Oppositionspartei ein "Stachel im Fleisch" sein. Das gelingt ihr in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen nur sehr selten. Ausgerechnet in den ostdeutschen Bundesländern gibt es oft heftigen Protest gegen ihre Redebeiträge.

 

Maas: Bei AfD könnte Verfassungsschutz-Beobachtung nötig werden

 

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) glaubt sogar, dass eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz nötig werden könnte. Die rechtspopulistische Partei sei "längst auf dem Weg dahin, ein Fall für den Verfassungsschutz zu werden", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Wer an der Grenze auf Flüchtlinge, auf Männer, auf Frauen und auf Kinder schießen lassen will, der vertritt menschenfeindliche Positionen."

Inlandsgeheimdienst sieht keinen Anlass zur Überwachung der AfD

Allerdings ist Maas für den Verfassungsschutz nicht zuständig, das ist das Innenministerium. Zudem entscheidet der Inlandsgeheimdienst über die Beobachtung radikaler Umtriebe in eigener Verantwortung - und der sieht dafür bei der AfD bislang keinen Anlass. Das Innenministerium hatte Anfang des Monats erklärt, die Einschätzung des Dienstes gelte noch, dass die Partei für die freiheitliche demokratische Grundordnung keine Gefahr darstelle.

Maas sagte weiter, ihre "dumpfen Parolen" müssten entlarvt werden. Wer wie die AfD die Ängste vieler Bürger in der Flüchtlingsdebatte "nur missbraucht oder gar herbei redet, um daraus politischen Profit zu ziehen, der liefert keine Antworten, sondern vergiftet die Debatte".

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gea/lid/news.de

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