Skandal im Bundestag
Linke-Abgeordneter beschäftigt früheren RAF-Terroristen

Dieter Dehm von der Partei "Die Linke" beschäftigt den früheren RAF-Terroristen Christian Klar (63) in seinem Bundestagsbüro. Klar gestalte als freier Unternehmer für ein kleines Honorar die Website des Abgeordneten und mache das seit Jahren. Plante Klar einen Anschlag auf den Bundestag?

Bei unzähligen Anschlägen tötete die Rote Armee Fraktion (RAF) insgesamt 34 Menschen. 1989 starb der Deutsche-Bank-Vorstand Alfred Herrhausen bei einem Anschlag auf seinen Dienstwagen. Bild: Kai-Uwe Wärner / dpa

Der ehemalige RAF-Terrorist Christian Klar arbeitet bereits seit Jahren für den "Die Linke"-Abgeordneten Dieter Dehm. Klar hatte versucht, einen Hausausweis für den Bundestag zu beantragen, um ungehindert Zutritt zum Gebäude zu erhalten.

Linke-Abgeordneter Dieter Dehm beschäftigt Ex-RAF-Terrorist Christian Klar

Dehm sagte der dpa, Klar gestalte seit mehreren Jahren als freier Unternehmer für ein "kleines Honorar" seinen Internet-Auftritt. "Christian Klar ist heute ein Bürger wie jeder andere auch. Er hat seine Strafe verbüßt. Und er hat sich seit seiner Haftentlassung nichts zu Schulden kommen lassen.

Nach Dehms Darstellung hatte Klar den Ausweis beantragt, um im vergangenen Dezember an einer Besprechung teilnehmen zu können. Nachdem ihm die Bundestagspolizei den Zugang zunächst verweigert hatte, habe er ihn persönlich an der Sicherheitskontrolle abgeholt und dann in den Bundestag gebracht. Als Abgeordneter hat man das Recht, persönliche Gäste mitzubringen.

Bundestag bestätigt: Christian Klar bekommt keinen Hausausweis

Der Bundestag hat den Vorfall inzwischen bestätigt. Ein Parlamentssprecher begründete dies am Freitag mit "Sicherheitsbedenken". Der Fall beschäftigt inzwischen auch den Ältestenrat des Parlaments. Die CSU nannte es einen "Skandal", dass ein mehrfach verurteilter Mörder Zugang zum Bundestag bekommen solle.

Christian Klar kämpfte mehrere Jahre in der RAF

Klar gehörte einst zur sogenannten zweiten Generation der Roten Armee Fraktion (RAF). Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die RAF in Deutschland der Inbegriff von Terror und Mord. Ihrem "bewaffneten Kampf" gegen das "imperialistische System" fielen Dutzende Menschen zum Opfer - darunter hohe Repräsentanten von Wirtschaft und Politik.

Lesen Sie auch: Die geheimen US-Akten zur Roten Armee Fraktion.

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jat/sam/news.de/dpa

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6 Kommentare
  • hpklimbim

    22.02.2016 10:22

    @Plumbum - Und bei allem Ärger sollten Sie auch nicht vergessen, dass es schon seit Jahren eine Vermutung gibt, dass die RAF mangels notwendiger Ausrüstung diesen Anschlag gar nicht ausgeübt haben konnte. Sondern im Fall Herrhausen der Geheimdienst eines "befreundeten" Staates tätig war, dem die RAF beim Kreis möglicher Verdächtiger gerade Recht war. Es ging damals um die Frage zulässiger Staatsschulden. Wer und wie viel? Ein scheinbar "ewiges" Thema. Herrhausen vertrat eine stark abweichende Meinung von der der Verbündeten. Er stand also im Wege.

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  • hpklimbim

    22.02.2016 05:58

    @Plumbum - Zum besseren Verständnis: Ich habe Klage vor dem Verfassungsgericht erhoben mit mathematisch geführtem Nachweis zu einem ganz bestimmten Sachverhalt und mit zwei im Internet gefundenen Beiträgen zum gleichen Thema in einer Angelegenheit, die unmittelbar etwa 3 Mio. Menschen und mittelbar etwa 7,5 Mio - 10 Mio. Menschen in dieser Bananenrepublik betrifft. Weil ich aber bis jetzt alleine klage, bin ich ein Einzelfall. Und muss zum "Wahlkampf" über die Dörfer ziehen. Sie verstehen? Oder wollen nicht verstehen? Wo ist da das größere Risiko für die Verfassung. Mit oder ohne Mord???

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  • hpklimbim

    22.02.2016 05:48

    Wer schützt denn das Volk vor den Terroristen aus der Volkskammer des Deutschen Beamtenbundes? Die durch ihre "Arbeitsleistung" in Form von Lobbyismusarbeit Menschenrechte in Frage stellen oder gleich ganz abschaffen? Bei allem Verständnis für den Kommentar von Plumbum - aber dass die Arbeit an der Website einer Partei gleich sicherheitsbedenklich sein soll, halte ich für übertrieben. Richter, die Kritiker an bekannten Mängeln als Einzelfälle deklarieren, um das System nicht gleich insgesamt in Frage stellen zu müssen, sind für mich ein wesentlich größeres Risiko für die Sicherheit.

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