Politischer Aschermittwoch in Bayern
Politische Veranstaltungen fallen erstmals aus! Trauer nach Zugunglück

Wegen des Zugunglücks sagen die Parteien in Bayern den politischen Aschermittwoch ab. Den Zündstoff gab es dieses Mal vorher: Parteichef Seehofer brachte die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin mit Zuständen in Unrechtstaaten in Verbindung.

Politischer Aschermittwoch in Bayern fällt aus. Bild: dpa

Der Politische Aschermittwoch in Bayern fällt erstmals aus. Nach dem Zugunglück von Bad Aibling sagten CSU, SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler, Linke und AfD am Dienstag ihre Kundgebungen ab. Auch die CDU verzichtet auf ihre traditionelle Veranstaltung mit Kanzlerin Angela Merkel in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern. Die SPD in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen strich Veranstaltungen mit dem Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel in Mainz und Schwerte.

Trauer nach tragischem Zugunglück in Bayern - Politischer Aschermittwoch abgesagt

Parteiübergreifende Begründung der Absagen war der Respekt vor den Opfern. CSU-Chef Horst Seehofer will am Mittwoch die Unglücksstelle besuchen und mit den Rettungskräften sprechen. "Bayern hat ein Wir-Gefühl, das wir als CSUpolitisch verkörpern", sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer in Passau. "Diesem Wir-Gefühl tragen wir Rechnung." Die Entscheidung habe Horst Seehofer getroffen.

"Dieses Zugunglück ist noch so frisch in unseren Köpfen, dass wir die politische Verantwortung übernehmen und diese Veranstaltung absagen», sagte Scheuer. "Wir nehmen Anteil, wir sind in Gedanken bei den Opfern." 

Kein Raum für Schlagabtausch zwischen den Parteien

Der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold sagte: "Der Politische Aschermittwoch lebt von der Auseinandersetzung und dem Schlagabtausch der Parteien. Dafür ist heute und morgen kein Raum. Wir empfehlen unseren Parteigliederungen, diesem Beispiel zu folgen." Auch die Grünen sagten ab, betonten aber, das habe mit der CSU-Entscheidung nichts zu tun. "Die Gespräche fanden bereits mittags statt", sagte die Sprecherin des Landesverbandes Bayern, Daniela Wüst.

Der Aschermittwoch in Bayern zählt zu den traditionsreichsten politischen Terminen im Freistaat. Größte Kundgebung ist seit mehreren Jahrzehnten die CSU-Veranstaltung in Passau, die nach Scheuers Angaben bisher noch nie abgesagt wurde.

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1 Kommentare
  • Alwin Albrecht

    12.02.2016 05:19

    "Parteichef Seehofer brachte die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin mit Zuständen in Unrechtstaaten in Verbindung." Genau so ist das. Frau Merkel hat doch selbst im Bundestag gesagt...."Zitat Merkel: ...denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit." Beifall der Fraktion. Das ist ein Angriff auf die Demokratie. Schon allein dafür, gehört diese Frau vor Gericht.

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