Mit Molotov-Cocktails und Tränengas: Schwere Ausschreitungen bei Demonstrationen in Athen!

Griechenland streikt: Mit einem harten Reformpaket will die griechische Regierung den Kollaps der Rentenkassen verhindern - und stößt auf heftigen Widerstand seitens seiner Bevölkerung. Bei einer Demonstration kam es heute zu schweren Ausschreitungen.

Schwere Ausschreitungen bei Demonstrationen in Athen: Vermummte werfen Molotov-Cocktails gegen Polizisten. Bild: dpa

Griechenland streikt: Aus Protest gegen eine geplante Rentenreform und Steuererhöhungen sind am Donnerstag in Griechenland mehr als 100.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die griechischen Medien werteten übereinstimmend: Es sei eine der größte Protestaktionen seit Jahren. Fast alle Berufsgruppen beteiligten sich an dem Ausstand.

Ausschreitungen in Griechenland mit Blendgranaten und Tränengas

Um die Mittagszeit marschierten Zehntausende Demonstranten durch das Zentrum Athens sowie anderer Städte wie Thessaloniki, Patras, Iraklion und Volos. Regierungschef Alexis Tsipras warnte wiederholt: Ohne Reformen könnten bald keine Renten mehr ausgezahlt werden.

Dabei kam es am Rande des Demonstrationszuges zu heftigen Ausschreitungen, bei denen rund 500 vermummte Chaoten für Unruhe sorgten. Sie warfen Brandsätze in die Reihen der Polizei, die Beamten antworteten mit Blendgranaten und Tränengas, wie Augenzeugen berichteten. Hunderte andere friedliche Demonstranten flüchteten daraufhin in die Nebenstraßen im Zentrum Athens.

Rentenkassen stehen kurz vor dem Kollaps

Anlass für die Demonstrationen ist eine Rentenreform mit schmerzhaften Einschnitten, die die griechische Regierung ausgearbeitet und den internationalen Geldgebern zur Genehmigung vorgelegt hat. Die Vorschläge stoßen aber auf stürmischen Widerstand zahlreicher Berufsklassen. Demnach sollen grundsätzlich alle neuen Renten im Durchschnitt um 15 Prozent gekürzt werden. Anderenfalls könnten die Rentenkassen bald zusammenbrechen, warnt die Regierung.

"Wir können nicht leben": Bauern sind am härtesten betroffen

Am härtesten trifft die Rentenreform die Bauern. Bislang zahlen sie nur sieben Prozent ihres Einkommens für ihre Rentenversicherung. Dieser Beitrag soll bis 2019 stufenweise auf 20 Prozent erhöht werden. Zudem soll ihr Steuersatz stufenweise in den kommenden drei Jahren von heute 13 Prozent auf 26 Prozent ihres Einkommens angehoben werden. "Wir können mit dem, was die Regierung von uns verlangt nicht überleben", erklärte ein griechischer Landwirt laut "Bild".

Auch Freischaffende werden zur Kasse gebeten. Sie sollen laut neuem Gesetz knapp 70 Prozent ihres Einkommens für die Renten- und Krankenkassenbeiträge sowie als Steuern zahlen. Bislang lag dieser Satz bei höchstens 50 Prozent.

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kad/sam/news.de/dpa

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