01.02.2016, 16.52 Uhr

"Methoden wie ein Pädophilenring": Erschreckend! So wirbt ISIS Jugendliche an

Immer mehr Menschen reisen in die Gebiete des Islamischen Staates, nach Syrien und in den Irak, um sich der Terrormiliz bei ihrem Kampf gegen die "Ungläubigen" und die westliche Welt anzuschließen. Unter ihnen sind auch viele junge Männer und Frauen aus ganz Europa. Doch wie werden sie eigentlich von den Dschihadisten rekrutiert, wieso verfallen sie ihrer Propaganda?

Die Anwerber des Islamischen Staates arbeiten mit perfiden Methoden um junge Menschen auf ihre Seite zu ziehen. Bild: dpa

Der US-amerikanische Terrorexperte David Des Roches (52) hat der Tageszeitung "Die Welt" ein aufschlussreiches Interview darüber gegeben, wieso es dem Islamischen Staat nach wie vor gelingt, überall in der Welt Unterstützer zu sammeln und vor allem junge Menschen für einen bewaffneten Kampf zu begeistern. Die Demagogen des IS würden bei ihren Anwerbeversuchen ähnlich vorgehen wie etwa Pädophile, so Des Roches. Sie würden ihre "Opfer" intensiv betreuen und viel Verständnis aufbringen, um die Person dann von allen anderen Beziehungen nach und nach zu isolieren:

"Sie sagen: 'Schau, jetzt bist du hier unten und unzufrieden mit deinem Leben. Aber wenn du in unsere Gruppe kommst, findest du Gleichgesinnte und kannst aufsteigen. Und wir zeigen dir, wie es geht", so der Experte gegenüber der "Welt".

Indoktrinatoren häufig charismatische Personen

Die "Indoktrinatoren" seien häufig "sehr charismatische Personen mit klaren Grundsätzen und Richtlinien", behauptete der 52-Jährige gegenüber der "Welt": "Solche Rekrutierer arbeiten wie Pädophile. Sie wenden sich an einsame Menschen ohne Orientierung, die nach einer eigenen Identität und Aufgabe suchen. Das passt so etwa auf jeden Teenager in der Welt."

Dies sei dieselbe Arbeitsweise wie die von Kinderschändern oder Pädophilenringen: "Die 'New York Times' berichtete von einer jungen Frau in den USA, die ihr Leben mit Babysitting bestritt. Ein trauriges Dasein, ohne Aussicht auf Karriere, ohne familiären Halt. Die Person, die sie rekrutiert hat, saß im britischen Birmingham und sprach mit ihr sechs Stunden per Skype jede Nacht von zwei bis acht Uhr. Niemand hat je so viel Zeit mit dieser verzweifelten jungen Frau verbracht."

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