Jobwunder Flüchtlingskrise: Deutschland macht Platz für zehntausende Lehrer

Die Flüchtlingskrise stellt vor allem für den öffentlichen Dienst eine riesige Herausforderung dar. Polizei, Behörden und Schulen suchen dringend nach Personal. Bei den Lehrern sieht man die Lage pragmatisch - und leitet so ein kleines Jobwunder ein.

Lehrer gesucht: Um die 300.000 neuen Schüler zu unterrichten, bedarf es angeblich rund 20.000 zusätzlicher Lehrkräfte. Bild: dpa

Not macht erfinderisch! Während die Ausbildung neuer Kräfte beispielsweise bei der Bundespolizei noch bis Frühjahr 2019 andauern wird, seien im Schulwesen angesichts der derzeitigen Flüchtlingssituation "Improvisationstalent und viel guter Wille die Gebote der Stunde", so "welt.de".

Flüchtlingskrise bringt Jobwunder für Lehrer: 20.000 neue Stellen nötig

So würden gelernte Berufsschullehrer Willkommensklassen an Berliner Grundschulen übernehmen und Rektoren studierte Mütter mit Migrationshintergrund aktivieren, um die Klassen zu verstärken. In Nordrhein-Westfalen (NRW) habe man dagegen seit Jahren Referendare über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet, die nun herangezogen werden könnten.

Insgesamt seien mehr als 20.000 zusätzliche Lehrkräfte nötig, um rund 300.000 Schüler unter den Asylbewerbern zu unterrichten. Dass diese Zahl jedoch bereits gestiegen ist, lässt sich kaum anzweifeln. Die Prognose geht auf eine Äußerung der scheidenden Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brunhild Kurth, zurück - vom Dezember.

Qualitätsabsenkung in Ordnung? Behörden fordern ausreichende Ausbildung

Wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière in Bezug auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sagte, sei sogar ein "zeitweises Absenken der Qualitätsansprüche" besser, als das vorhandene Personal weiter im Krisenmodus arbeiten zu lassen und so im schlimmsten Fall womöglich sogar zu überlasten. Um Mitarbeiter zu locken, erhalten die BAMF-Beschäftigten in den nächsten drei Jahren eine Stellenzulage sowie weitere Vergünstigungen.

Die Mitarbeiter der Behörde stehen dieser Entwicklung jedoch kritisch gegenüber, wie nun in einem Brandbrief an BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise bekannt wurde. Demnach würden Kollegen der Bundesagentur für Arbeit, Praktikanten und abgeordnete Mitarbeiter anderer Behörden nach nur einer drei- bis achttägigen Einarbeitung als "Entscheider eingesetzt und angehalten, massenhaft Bescheide zu erstellen". Weise möge doch bitte für eine "ausreichend qualifizierte Ausbildung des zum Bundesamt abgeordneten Personals Sorge tragen", fordert der Personalrat.

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mie/zij/news.de

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