Eklat beim NSU-Prozess
Befangenheitsantrag gegen Richter: Beate Zschäpes Aussage wackelt

Die Verteidigung des mutmaßlichen Terrorhelfers Ralf Wohlleben hat einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter im NSU-Prozess gestellt. Die für Donnerstag geplante weitere Aussage der Hauptangeklagten Beate Zschäpe ist somit wieder offen.

Beate Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios. Bild: Peter Kneffel/dpa

Die für heute geplante weitere Aussage der Hauptangeklagten im Münchner NSU-Prozess, Beate Zschäpe, könnte verschoben werden. Nach einem lautstarken Krach mit dem Vorsitzenden Richter Manfred Götzl im Münchner NSU-Prozess hat die Verteidigung des mutmaßlichen Terrorhelfers Ralf Wohlleben einen Befangenheitsantrag gegen Götzl gestellt. Der Streit war während der Aussage eines BKA-Ermittlers ausgebrochen, der sich an zwei Stellen offensichtlich versprochen hatte. Die Sitzung wurde für zwei Stunden unterbrochen. Ursprünglich war für Donnerstag eine weitere Aussage Zschäpes geplant. Ob Zschäpe heute noch aussagen kann, ist offen.

Wohllebens Anwalt: Richter nicht mehr unvoreingenommen

Götzl habe sowohl am Donnerstag als auch am Mittwoch seine Verteidiger und die der Hauptangeklagten Beate Zschäpe mehrfach in scharfem Tonfall abgekanzelt. Damit zeige er, dass er nicht mehr unvoreingenommen sei und den Angeklagten ihr rechtliches Gehör versage, so Wohllebens Verteidiger Wolfram Nahrath. Götzl hatte diesen am Vormittag mehrfach unterbrochen und am Reden gehindert. Am Mittwoch war Götzl mit Zschäpes Verteidiger Wolfgang Stahl aneinandergeraten.

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1 Kommentare
  • Und nun

    21.01.2016 15:33

    Kann ich nachvollziehen! Es gab ja in der letzten Zeit (ca. 50 Jahre) genug merkwürdige Todesfälle. Badewanne, Fallschirm. Attentäter, Brücken, Autounfälle, Selbstmorde, selbst im Hochsicherheitsgefängnis Stamheim,... :-) Jetzt auf einmal auch die wiedergefundene RAF... Es fehlen nur noch die Roten Brigaden!

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