Mysteriöser Giftmord an Alexander Litwinenko: Abschlussbericht: Putin an Mord von Kreml-Kritiker beteiligt

Der abschließende Untersuchungsbericht zum Mord am Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko bestätigt eine krude Vermutung: Wladimir Putin soll beteiligt gewesen sein. Die russische Regierung reagierte sofort und dementierte die Ergebnisse.

Das Grab des Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko, der 2006 im Londoner Exil ermordet wurde. Bild: dpa

Der Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko wurde einem Untersuchungsbericht zufolge wahrscheinlich mit der Zustimmung des russischen Präsidenten Wladimir Putin ermordet. Den Giftmord habe wahrscheinlich der russische Geheimdienst FSB in Auftrag gegeben, schrieb Richter Robert Owen, der die gerichtliche Untersuchung des Falls in London leitete, in seinem am Donnerstag veröffentlichen Abschlussbericht. Die Tat sei "wahrscheinlich gutgeheißen worden" vom damaligen FSB-Chef Nikolai Patruschew "und auch von Präsident Putin", schrieb Owen.

Russland bestreitet Beteiligung an Mord von Alexander Litwinenko

Russland wies eine Beteiligung jedoch umgehend zurück: Ein russischer Justizsprecher nannte die Untersuchungsergebnisse am Donnerstag "politisch motiviert". Ein ranghoher Diplomat in Moskau sagte, Russland werde einen offiziellen Kommentar nach Prüfung des Untersuchungsberichts abgeben. Schon jetzt sei aber klar, dass die Ergebnisse "nicht ohne Auswirkungen" auf das bilaterale Verhältnis bleiben würden.

Keine strafrechtlichen Konsequenzen

Die gerichtliche Untersuchung ist nicht mit einem Prozess gleichzusetzen und hat keine direkten strafrechtlichen Konsequenzen. Hinweise auf eine Beteiligung Russlands am Tode Litwinenkos gab es aus britischer Sicht bereits 2012, als Hugh Davies, damaliges Mitglied der Untersuchungskommission behauptete, die britische Regierung sei im Besitz von Beweismaterial, welches eine Verantwortung der russischen Behörden für den Tod des Kreml-Kritikers Litwinenko nahelege.

  • Seite:
  • 1
  • 2
Empfehlungen für den news.de-Leser