IS-Kindersoldaten: Die erste Aufgabe: Das Töten der Eltern

Ein aktueller Bericht des amerikanischen Nachrichtensenders "CNN" gewährt düstere Einblicke in das Leben und Leiden von Kindern, die durch den "Islamischen Staat" (IS) entführt wurden. Offenbar werden diese in wachsendem Ausmaß für die Machenschaften der Terrormiliz missbraucht – als Kindersoldaten für den Kampf an der Front.

Der "Islamische Staat" unterhält regelrechte Ausbildungslager für seine Kindersoldaten. Bild: dpa

Für eine CNN-Reportage sprachen Journalisten in einem irakischen Flüchtlingslager unter anderem mit dem 12-jährigen Nasir, dem die Flucht aus einem Trainingscamp des IS gelungen ist. Der Bericht zeigt Ausschnitte aus einem Propagandavideo, in dem der Junge und andere Kinder, meist im Alter von fünf bis zwölf Jahren, in einem Lager in Raqqa, Syrien, zu sehen sind. Dort sollte er eigentlich zu einem Selbstmordattentäter ausgebildet werden und sein Leben im unmittelbaren Kampf der Gotteskrieger gegen die "Ungläubigen" lassen.

FOTOS: Islamischer Staat Der IS-Terror in Bildern
zurück Weiter Dieser Screenshot eines Propagandavideos der IS-Miliz zeigt voll verschleierte Frauen mit Gewehren, die angeblich in der syrischen Stadt Al-Rakka operieren. (Foto) Foto: Syriadeeply.org / dpa Kamera

Töten der eigenen Eltern ist erste Aufgabe

Gegenüber den Reportern erzählt Nasir davon, dass die Terroristen nach den Entführungen versuchten, die Rolle der Eltern einzunehmen. Auch hätten sie die Kinder gar aufgefordert, ihre Eltern so schnell wie möglich zu töten, da diese Ungläubige seien. Ein Kommandeur aus den Reihen kurdischer Peschmerga-Kämpfer bestätigt CNN, dass sich tatsächlich Kindersoldaten unter den IS-Kämpfern befinden. Diese seien meistens umfassend ausgebildet und wirkten absolut unerschrocken im Kampfeinsatz.

Laut einemBericht der Vereinten Nationen zur Lage von Kindern in bewaffneten Konflikten im Jahr 2014 sind Kindesentführungen in Krisenregionen weit verbreitet. Diejenigen, die aus der Gefangenschaft wieder fliehen können, sind auf eine sofortige und intensive psychologische Betreuung angewiesen.

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lid/news.de

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