Sex-Attacken von Köln: News-Ticker
Zahl der Optimisten in Flüchtlingskrise sinkt - Karnevalsumzug abgesagt

Die Horror-Nacht von Köln löste eine neue Debatte um ein schärferes Asylrecht aus. Die Linke lehnt dies trotz unzähliger Anzeigen bei der Polizei ab. Immer mehr Bürger rüsten indes selbst auf, um sich zu verteidigen.

Nach den sexuellen Übergriffen in Köln muss die Politik handeln. Bild: dpa

In der Horrornacht von Köln hatten Gruppen von Männern vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen. Aktuell sind allein in Köln 561 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe bei der Polizei eingegangen. Nach ersten Ermittlungsergebnissen waren es überwiegend Nordafrikaner. Unter den Verdächtigen sind auch Asylbewerber. Die Exzesse waren Auslöser für eine Debatte über mögliche Gesetzesverschärfungen.

  • Linke gegen verschärftes Asylrecht
  • CDU-Politiker fordert Schusswaffen-Einsatz der Polizei
  • De Maizière: Abgelehnte Asylbewerber unter Straftätern
  • Kraft will nach Silvester-Übergriffen Polizei verstärken

+++ 14.01.2016, 19.30 Uhr: Zahl der Optimisten in der Flüchtlingskrise sinkt +++

Gut die Hälfte (51 Prozent) der Bundesbürger bezweifelt, dass Deutschland die aktuelle Flüchtlingsproblematik bewältigen kann. 44 Prozent unterstützen auch nach der Chaos-Silvesternacht in Köln weiter Angela Merkels Einschätzung, dass Deutschland die Probleme lösen kann. Damit ist in den vergangen Monaten die Zahl der Optimisten gesunken: Im Oktober 2015 waren noch 49 Prozent der Bürger der Meinung, dass Deutschland die Flüchtlingskrise lösen wird, 48 Prozent waren damals skeptisch.

In der Einstellung zu den Flüchtlingen sind die Deutschen weiter gespalten. Etwa der Hälfte (48 Prozent) der Menschen macht die hohe Zahl der Flüchtlinge Angst (im November 2015 waren es 50 Prozent). 50 Prozent der Bürger haben keine Angst vor Flüchtlingen, vor zwei Monaten waren es 48 Prozent. Gut zwei Drittel (60 Prozent) der Bürger berücksichtigen die jüngsten Anschläge bei ihrer Urlaubsplanung und wollen bestimmte Länder oder das Fliegen vermeiden.

+++ 14.01.2016, 17.21 Uhr: Rosenmontagszug in Rheinberg abgesagt +++

Als Konsequenz aus den Übergriffen von Köln ist Karnevalsumzug am Niederrhein abgesagt worden. Dabei spiele auch die Nähe des Umzugs zu einer Flüchtlingsunterkunft eine Rolle, räumte ein Vertreter der Stadt Rheinberg am Donnerstag ein. Dies sei jedoch nicht der einzige Grund, betonte er nachdrücklich.

Polizei und Stadt halten nach seinen Angaben ein Sicherheitskonzept für erforderlich, das der Karnevalsverein im Ortsteil Orsoy so schnell nicht vorlegen konnte, erläuterte Jonny Strey, Leiter des Fachbereichs für Sicherheit und Ordnung. Neben dem Verkehr und möglicherweise randalierenden Zuschauern könne auch eine Flüchtlingsunterkunft mit 500 Bewohnern ein "Gefahrenpunkt" sein, sagte Strey. Er bestätigte einen Bericht der "Rheinischen Post".

+++ 14.01.2016, 15.50 Uhr: Kraft stellt sich hinter Jäger +++

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger zieht keine persönlichen Konsequenzen aus den Fehlern der Polizei bei den Silvester-Übergriffen in Köln. "Meine Aufgabe als Innenminister ist es, alles was in meiner Macht steht dafür zu tun, dass sich solche Taten nicht wiederholen", sagte er in einer Sondersitzung des NRW-Landtags. Redner der Opposition hatten Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nahegelegt, Jäger zu entlassen. Kraft stellte sich vor den Innenminister.

+++ 14.01.2016, 12.05 Uhr: 10.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter +++

Für eine schnellere Aufklärung der Übergriffe in der Silvesternacht in Köln haben die Ermittler 10 000 Euro Belohnung für entscheidende Hinweise ausgesetzt. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

+++ 14.01.2016, Hannelore Kraft tun Kölner Übergriffe "unendlich leid" +++

"Es ist ein schlimmer Eindruck, der da entstanden ist. Der Eindruck, der Staat habe das Heft des Handelns für ein paar Stunden verloren", sagte Regierungschefin Kraft in der von der Opposition beantragten Sondersitzung des Parlaments. Es tue ihr persönlich "unendlich leid, dass dies geschehen konnte".

+++ 14.01.2016, 10.50 Uhr: Kraft kündigt Hilfe für Opfer und Aufklärung an +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse in der Silvesternacht in Köln zugesagt.

In einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags stellte sie am Donnerstag zudem zahlreiche Maßnahmen vor, um Opfern zu helfen und die Polizei zu verstärken. Für die Opfer der Übergriffe soll eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet werden. Für Tippgeber, deren Hinweise zur Ergreifung der Täter führen, werde eine hohe Belohnung ausgesetzt, sagte Kraft. An Kriminalitätsbrennpunkten würden kurzfristig 500 zusätzliche Polizisten eingesetzt.

+++ 14.01.2016, 10.48 Uhr: Ministerpräsidentin Kraft informiert über Silvester-Fiasko in Köln +++

In einer Sondersitzung will der nordrhein-westfälische Landtag am Vormittag die Ereignisse rund um die Silvesternacht in Köln aufklären. Auf Dringen der Opposition wird Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das Parlament unterrichten. CDU, FDP und Piraten beklagen Ungereimtheiten, offene Fragen und eine große Verunsicherung der Bevölkerung nach den massenhaften Übergriffen auf Frauen und dem misslungenen Polizei-Einsatz.

+++ 13.01.2016, 22.00 Uhr: Gewalt und Fremdenfeindlichkeit beschäftigen Promis beim Fernsehpreis +++

Die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln, der Terror in Istanbul, Fremdenfeindlichkeit in Deutschland: An den Promis beim Deutschen Fernsehpreis sind die politischen Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate nicht vorbeigegangen. Sophia Thomalla (26) stimmten die Vorfälle in Köln wütend. "Ich werde normal ohne Angst durch die Straßen laufen", sagte sie am Mittwochabend in Düsseldorf. "Ich habe keine Angst vor Leuten, die nicht aus unserem Land kommen."

Moderatorin Birgit Schrowange (57) zeigte sich besorgt. "Die Sicherheit ist so weggegangen", sagte sie. Dass in der Silvesternacht in Köln Frauen angegriffen worden seien, sei "ohne Worte".

Choreograf und Model Jorge Gonzalez (48) machen nach eigenen Worten vor allem die Intoleranz gegenüber Flüchtlingen und Fremdenfeindlichkeit traurig. Deutschland sei dennoch ein tolles Land, sagte der gebürtige Kubaner. Er selbst habe versucht, sich rasch zu integrieren und die deutsche Mentalität zu verstehen. "Und dann klappt das Allermeiste."

+++ 13.01.2016, 19.00 Uhr: Essener Polizeipräsident verhängt Urlaubssperre an Karneval +++

Angesichts der Silvester-Übergriffe in Köln hat der für Essen und Mülheim zuständige Polizeipräsident zu den Karnevalstagen eine Dienstfrei- und Urlaubssperre verhängt. Auch in Köln gibt es nach Angaben eines Sprechers eine Dienstfreisperre, die erst vor wenigen Tagen verhängt wurde. Auch Urlaube würden an den Karnevalstagen nur noch in besonderen Fällen genehmigt. Bei der Düsseldorfer Polizei gibt es noch keine Entscheidung darüber, ob es eine Sperre geben soll.

+++ 13.01.2016, 18.19 Uhr: Antragsflut zum Kleinen Waffenschein in Köln +++

Nach den Übergriffen in der Silvesternacht verzeichnet die Kölner Polizei eine Antragsflut zum Kleinen Waffenschein. Zur Zeit würden ungewöhnlich viele Anträge für den Kleinen Waffenschein etwa für Schreckschuss- oder Reizstoffwaffen gestellt, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch und bestätigte damit Medienberichte. Die Anträge erreichten die Behörde nicht nur aus der Domstadt selbst, sondern auch aus dem Umland. Angesichts zahlreicher Anfragen informiert die Kölner Polizei inzwischen auch auf ihrer Facebook-Seite darüber, dass der Kleine Waffenschein bei den jeweiligen Polizeibehörden am Wohnort beantragt werden müsse.

  • Seite:
  • 1
  • 2
  • 3
Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

4 Kommentare
  • kanitvastan

    17.01.2016 13:54

    das werden noch mehr, aufgrund der lügen, vertuschungen und zumutungen der regierung.

    Kommentar melden
  • Wächterrat

    13.01.2016 19:43

    Fest steht mal wieder nur wer keinerlei Schuld hat. Die Politik ! An Kraft und Jäger tropft alles ab. Typisch !

    Kommentar melden
  • wolfgang

    13.01.2016 13:33

    Dem Kommentar von Alwin Albrecht habe ich nichts hinzu zufügen. Meine volle Zustimmung

    Kommentar melden

Kommentar schreiben

noch 600 Zeichen übrig

Empfehlungen für den news.de-Leser