BND-Bericht zur Strategie des IS
Große Gefahr: "Der Westen soll geradezu gedrängt werden, militärisch zu intervenieren"

Sucht der IS die direkte Konfrontation mit dem Westen? Das zumindest scheint die Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes (BND). Deutschland laufe in eine Falle - Die militärisch nicht zu überwinden ist.

Syrische Regimetruppen bei der Bombardierung der Stadt al-Zabadani. Bild: dpa/ Sana Handout

Der Bundesnachrichtendienst schätzt die derzeitige Anschlagsgefahr höher ein als im Jahr der Anschläge auf das World Trade Center, 2001. Dies berichten sowohl die "Sächsische Zeitung" (SZ), als auch NDR, WDR und die "Huffington Post". Der Grund dafür liege in einem Strategiewechsel der Terrormiliz: Der Westen solle "geradezu gedrängt werden, militärisch in der Region zu intervenieren."

BND-Bericht zum Kampf gegen ISIS: Militärintervention hilft, in "Opferrolle zu schlüpfern"

Statt als Warnung oder Abschreckung zu fungieren, sollen Terroranschläge, öffentliche Hinrichtungen und andere Gräueltaten demnach dazu dienen, einen Bodenkrieg zu provozieren und den "Hass auf Muslime" zu steigern. Auch die Annahme, der IS würde bei "nachhaltigen militärischen und machtpolitischen Rückschlägen seinen Kampf gegen den Westen einstellen" sei demnach falsch. Vielmehr helfe es der Organisation, in eine "Opferrolle zu schlüpfern", wodurch sie wiederum bisher gemäßigte Muslime auf ihre Seite ziehen könne.

Ein direkter Krieg würde somit nur zu einem weiteren Erstarken nicht nur des IS, sondern auch anderer Terrororganisationen wie al-Qaida führen, die heute "mehr Raum als jemals zuvor" beherrschten. Dem Bericht zufolge ist die "Zone der Instabilität vom Hindukusch in die unmittelbare Nachbarschaft Europas vorgerückt", die Zahl der "Terrorfreiwilligen aus dem Westen überschreite alle bisher bekannten Dimensionen".

Islamischer Staat verstärkt Angriffe im Irak: Bessere Lebensbedingungen statt Krieg und Bomben

Der IS habe ein "vitales Interesse an Failed States", wie sie nach den Interventionen in Afghanistan und dem Irak, sowie den Revolutionen in Libyen und Syrien entstanden sind. Langfristig lasse sich das Problem somit nicht durch den Einsatz von Militär lösen. Vielmehr müsse man der dschihadistischen Ideologie den Boden entziehen und für "perspektivisch bessere Lebensbedingungen" sowie ein "hohes Maß an Selbstbestimmung" in den Staaten der Region sorgen. Eben dies sei derzeit jedoch eher die Ausnahme.

Der IS verstärkte in den letzten Tagen einmal mehr seine Angriffe im Irak. Selbstmordattentäter haben laut "Huffington Post" in mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugen die Stadt Haditha angegriffen. In den vergangenen drei Tagen seien dort 45 Sicherheitskräfte und sunnitische Stammeskämpfer getötet worden, sagte Stadtrat Chalid Salman am Mittwoch.

Mehr zum Thema: So nah wie noch nie! Jürgen Todenhöfer besucht den Islamischen Staat.

FOTOS: Islamischer Staat Der IS-Terror in Bildern
zurück Weiter Dieser Screenshot eines Propagandavideos der IS-Miliz zeigt voll verschleierte Frauen mit Gewehren, die angeblich in der syrischen Stadt Al-Rakka operieren. (Foto) Foto: Syriadeeply.org / dpa Kamera

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mie/sam/news.de

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1 Kommentare
  • der Werner

    08.01.2016 12:48

    Einschätzung des BND,Deutschland laufe in eine Falle.GUTEN MORGEN! Wir sitzen schon drin.

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