Waffengesetze in den USA: Obama drückt auf die Tränendrüse

Wie kann man den Gebrauch von Schusswaffen in den USA eindämmen? Dieses Problem beschäftigt Präsident Barack Obama bereits seit Jahren - so sehr, dass er jetzt sogar auf die Tränendrüse drückt.

30.000 Schusswaffenopfer pro Jahr: Mit Tränen in den Augen gedachte US-Präsident Barack Obama den Opfern von Columbine, Newtown und anderen Städten. Bild: dpa/Michael Reynolds

Wenn rationale Argumentation nicht hilft, versucht man es auf der Gefühlsebene. Jeder gute Redner kennt dies. Beispiele dafür finden sich immer wieder und tagtäglich in der Politik. Egal ob Winston Churchill oder Adolf Hitler, Donald Trump oder Angela Merkel: Wer die Emotionen seiner Zuhörer anspricht, hat beinahe gewonnen.

Tränenreiche Ansprache: Obama fordert schärfere Waffengesetze

Auch US-Präsident Barack Obama, der schon immer als ein begabter Redner galt, weiß um dieses Prinzip. Seit Jahren bemüht sich der Vorzeige-Demokrat um eine Verschärfung der US-Waffengesetze. Bisher wurden seine Anstrengungen stets durch den Kongress blockiert. Nun neigt sich Obamas Amtszeit dem Ende entgegen. Sein großes Vorhaben scheint er dennoch nicht aus den Augen verloren zu haben. Was also tun, wenn rationales Vorgehen nicht mehr hilft? Man versucht es gefühlvoll.

Und auch hier beweist Obama sein Können als Redner: In einer emotionalen Ansprache kündigte der Präsident schärfere Regeln beim Umgang mit Schusswaffen an. In Erinnerung wird jedoch vor allem der Moment bleiben, in dem er auf die Opfer einging - Die Menschen in Charleston, Kansas City, Chapel Hill, Old Creek, Santa Barbara, Columbine und Newtown - und dann nach Fassung ringen musste. Die vollständige Rede können Sie sich nachfolgend im Video ansehen.

Alles nur Kalkulation? Waffenlobby läuft gegen Obama Sturm

Natürlich bleibt zu hinterfragen, wie viel Kalkulation hinter Obamas "Moment der Schwäche" steckt. Innerhalb des US-Kongresses stieß seine Ankündigung zunächst auf wütende Ablehnung. Prominente Vertreter aus dem Kongress nannten Obamas Alleingang einen Bruch der Verfassung. Sie kündigten rechtliche Schritte an. Auch Bewerber im Rennen um das Weiße Haus lehnten das Vorhaben des Präsidenten vehement ab.

Zwischen 270 und 310 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz in den USA

Einem Bericht von "Welt.de" zufolge befinden sich derzeit zwischen allein 270 und 310 Millionen Schusswaffen in den USA in Privatbesitz. Auf jeden US-Bürger komme somit eine Schusswaffe. Auch die Waffenlobby lief gegen das Vorgehen Obamas Sturm. Jedes Jahr werden in den USA etwa 30.000 Menschen Opfer von Schusswaffen.

VIDEO: Obama drückt auf die Tränendrüse
Video: Youtube/Wendy Wilson

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mie/saw/news.de/dpa

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1 Kommentare
  • Karl-Heinz Kasch

    07.01.2016 13:50

    Die Frage nach der Eindämmung der Waffen in den USA kann ich nicht beantworten. Wenn es allerdings Fragen gibt: Wie bringe ich ein Volk dazu, sich illegal/legal möglichst schnell & umfassend zu bewaffnen, der sollte in Berlin zur "Schule" gehen. Der bekommt er umfassende Antworten!

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