Flüchtlings-Tragödie im Mittelmeer: 31 Leichen an türkischer Küste angespült

Mindestens 31 Flüchtlinge sind vor der türkischen Küste ertrunken. Unter den Toten sind eine Schwangere und mehrere Kinder. Die Migranten haben vermutlich versucht, die Insel Lesbos zu erreichen.

31 Menschen starben bei der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland. Bild: Manolis Lagoutaris, Symbolbild/dpa

An der türkischen Küste sind 31 Leichen von Flüchtlingen und Migranten angespült worden. Die Toten seien in den westtürkischen Distrikten Ayvalik und Dikili geborgen worden, berichtete der Sender CNN Türk.

Die Menschen seien bei dem Versuch ertrunken, mit zwei Booten zur griechischen Insel Lesbos zu gelangen. Unter den Toten seien eine Schwangere und mehrere Kinder. Viele hätten nicht funktionsfähige Rettungswesten getragen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur "Anadolu" waren die Migranten irakische, algerische und syrische Staatsangehörige. Zwölf Menschen seien gerettet worden

Mindestens 31 Flüchtlinge ertrunken: Schwimmwesten mit Wasser vollgesogen

Ein Reporter von CNN Türk sagte, die Migranten hätten zur Überfahrt Schlauchboote von minderwertiger Qualität benutzt. Die See in der Region ist zurzeit stürmisch. Die Flüchtlinge hätten zudem Schwimmwesten getragen, die nicht funktionsfähig seien. Vielmehr hätten sich diese noch mit Wasser vollgesaugt. Solche Westen von geringer Qualität werden vor allem in der Küstenregion unter der Hand verkauft. Die türkische Polizei beschlagnahmte am Dienstag bei einer Razzia in Izmir mehr als tausend illegal hergestellte Rettungswesten, wie CNN Türk berichtet. In der Produktionsstätte hätten auch zwei syrische Kinder gearbeitet.

Schwierige Lebensbedingungen in der Türkei sind bei vielen Grund für gefährliche Überfahrt

Die Türkei hat nach eigenen Angaben 2,2 Millionen Flüchtlinge alleine aus Syrien aufgenommen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) kamen im vergangenen Jahr mehr als 800.000 Flüchtlinge auf dem Seeweg von der Türkei in das EU-Mitgliedsland Griechenland. Ende November hatte die Europäische Union mit der Türkei vereinbart, die Grenzen besser zu kontrollieren, um damit die Flüchtlinge an der Weiterreise zu hindern. Nach wie vor wagen die Migranten jedoch die gefährliche Überfahrt nach Griechenland.

Es gibt 25 Flüchtlingslager in der Türkei. Die Mehrzahl der Syrer lebt jedoch außerhalb der Aufnahmezentren und ist auf sich alleine gestellt. Die schwierigen Lebensbedingungen in der Türkei geben viele Flüchtlinge als Hauptgrund für ihre Migration nach Europa an.

FOTOS: 2015 - Das Jahr der Flüchtlinge Die Flüchtlingskrise in Bildern

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lvo/news.de/dpa

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