Andrang ungebrochen: Fast 1,1 Millionen Flüchtlinge 2015 registriert

1.091.894 Flüchtlinge sind laut einem Medienbericht im vergangenen Jahr registriert worden. Zwar sei der Andrang über den Jahreswechsel zurückgegangen, ein klarer Trend sei aber dennoch nicht erkennbar.

Warteschlange vor dem LaGeSo. Bild: dpa/ Kay Nietfeld

So ist der Flüchtlingsandrang am Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) auch im neuen Jahr ungebrochen. Nachdem die Behörde über den Jahreswechsel geschlossen war, warteten am frühen Montagmorgen wieder Hunderte Flüchtlinge darauf, bei einem Beamten vorsprechen zu können. Die meisten ergatterten einen Platz im Wartezelt, einige mussten aber bei minus elf Grad unter freiem Himmel ausharren. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) versprach, die Situation am Lageso zu verbessern.

Einem Regierungssprecher zufolge ist die Zahl der in Bayern ankommenden Flüchtlinge derweil zurückgegangen. Er erklärte, in den vergangenen Tagen hätten täglich zwischen 1.500 und 3.000 Menschen die Grenze überquert.

1 091 894 Flüchtlinge 2015 in Deutschland registriert

Einem Bericht der "Sächsischen Zeitung" zufolge sind im vergangenen Jahr 1.091.894 Flüchtlinge in Deutschland registriert worden. Allein im Dezember seien demnach 127 320 Flüchtlinge erfasst worden. Allein im Dezember seien demnach 127.320 Flüchtlinge erfasst worden. Das Bundesinnenministerium äußerte sich zu der Gesamtzahl für das vergangene Jahr zunächst nicht. Diese werde in den kommenden Tagen veröffentlicht.

Aus dem bayerischen Innenministerium hieß es, in den letzten Dezember-Tagen seien jeweils zwischen 3.000 und 4.000 Flüchtlinge angekommen. Lediglich am 1. Januar habe die Zahl unter 2.000 gelegen und am 2. Januar unter 3.000.

Lageso weiter in der Kritik

CDU-Politiker Czaja sagt am Montag im ZDF-"Morgenmagazin" über die Lage am Lageso: "Unser Ziel ist, dass wir all diejenigen, die neu nach Berlin ankommen, gleich am ersten Tag registrieren können." Es seien weitere Mitarbeiter eingestellt worden, die bei der Auszahlung von Geld und anderen Aufgaben helfen könnten. Familien mit Kindern sowie Kranke und Behinderte würden in der Behörde bevorzugt behandelt. In der Kälte warten müsse niemand.

Mit Beginn des neuen Jahres sind besonders viele Flüchtlinge auf das Lageso angewiesen. Sie holen dort ihre Sozialleistungen ab. Außerdem beginnt ein neues Quartal, für das viele einen Krankenschein benötigen. Das Landesamt steht wegen der teils chaotischen Zustände bei der Terminvergabe seit Monaten in der Kritik.

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mie/news.de/dpa

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