Spannungen zwischen Saudi-Arabien und Iran eskalieren: Vizekanzler will Rüstungsexporte an Saudi-Arabien genauer prüfen

Saudi-Arabien hat die diplomatischen Beziehungen mit dem Erzfeind Iran abgebrochen. Die Spannungen zwischen den beiden Nahost-Staaten nehmen immer extremere Züge an. Deutsche Parteien fordern einen Stopp der Rüstungs-Exporte.

Proteste in Kashmir: Nicht nur in Saudi-Arabien und dem Iran, auch in Indien kam es nach der Hinrichtung von Nimr al-Nimr zu Protesten. Bild: dpa/ Farooq Khan

Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will Rüstungsexporte an Saudi-Arabien künftig noch genauer unter die Lupe nehmen. Rückblickend sei es richtig gewesen, weder Kampfpanzer noch Gewehre vom Typ G36 an das Königreich zu liefern. "Wir müssen jetzt überprüfen, ob wir in Zukunft auch defensive Rüstungsgüter kritischer beurteilen müssen, die wir Saudi-Arabien bislang zur Landesverteidigung geliefert haben."

Vizekanzler will Rüstungsexporte an Saudi-Arabien genauer prüfen

 

Die Bundesregierung hatte zuvor die Hinrichtung von 47 Gefangenen in Saudi-Arabien "mit Bestürzung zur Kenntnis genommen". Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, insbesondere die Hinrichtung des schiitischen Regime-Kritikers Scheich Nimr al-Nimr habe das Potenzial, religiöse und politische Spannungen in der Region zu verschärfen. Al-Nimr war eine zentrale Figur bei Protesten der schiitischen Minderheit im sunnitisch dominierten Saudi-Arabien.

Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran nach der Hinrichtung des schiitischen Klerikers Nimr al-Nimr und 46 weiteren Menschen werden immer wieder von Eskalationen beherrscht. Nach der Ankündigung, das Königreich habe sein Botschaftspersonal aus Teheran abgezogen, kam es nun zu Protesten in Teheran und Awamija, dem Heimatort des Geistlichen.

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2 Kommentare
  • zombie1969

    05.01.2016 10:42

    In KSA hat man erst kürzlich 100 neue Henker eingestellt und ausgebildet. Die schaffen es in Rekordtempo 47 Todesurteile öffentlich durch Hängen und Köpfen zu vollstrecken. In Texas brauchen dagegen die Justizbehörden im Schnitt 10,5 Jahre bis zur Vollstreckung jedes einzelnen Todesurteils, weil erst danach alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind. Sowas nennt man dort lediglich "Orientalische Produktivität". Nur in China geht es offenbar noch schneller.

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  • der Werner

    04.01.2016 16:23

    Diese Einsicht kommt ein wenig zu spät.Oder reichts noch bis zur Wahl?

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