Gabriel erneut SPD-Chef: Nächste Station: Kanzlerkandidat?

Er bleibt SPD-Chef und äußerte sich nun auch erstmals deutlich zur Kanzlerkandidatur im Wettstreit gegen Angela Merkel. Doch bereits beim SPD-Parteitag musste Vizekanzler Sigmar Gabriel einen Dämpfer hinnehmen: seine eigene Partei steht ihm längst nicht mehr so treu zur Seite, wie einst.

"So machen wir es jetzt": Sigmar Gabriel wurde erneut zum SPD-Chef gewählt und bezog nun auch klare Stellung zu seiner Kanzlerkandidatur. Seine eigene Partei verpasste ihm jedoch erst einmal einen Dämpfer. Bild: dpa/ Kay Nietfeld

Denn während bei der Wahl des SPD-Chefs 2013 noch 83,6 Prozent für den Politiker stimmten, waren es dieses Mal nur 74,3 Prozent. Wie "Spiegel Online" berichtet, erhielt Gabriel 456 Ja-Stimmen, 139 Delegierten stimmten gegen den Vizekanzler, 19 enthielten sich.

Der 56-jährige Vizekanzler gab zu, dass einige Parteimitglieder seinen Kurs für nicht links genug halten würden. Eine Dreiviertelmehrheit habe jedoch entschieden, wo es langgeht "und so machen wir es jetzt auch."

Sigmar Gabriel äußert sich zur Kanzlerkandidatur: Union und Kanzlerin nur noch Kantonisten?

Gabriel hat vor der Abstimmung in einer 105-minütigen Rede laut "Spiegel Online" nicht nur für ein möglichst gutes Ergebnis geworben, sondern auch erstmals deutlich Stellung zu seiner Kanzlerkandidatur gegen Angela Merkel (CDU) bezogen. Die Einschätzung des Nachrichtenportals: "Endlich drückt er sich nicht mehr um seine Rolle als Kanzlerkandidat der SPD."

Gabriel habe sich in seiner Ansprache so deutlich von der Kanzlerin und ihrer Partei distanziert, dass man die aktuelle Koalition auf Bundesebene beinahe als gekündigt erachten könnte. Denn während die SPD den verantwortungsbewussten Teil der Bundesregierung darstelle, würden sich Union und Bundeskanzlerin zunehmen zu unsicheren Kantonisten entwickeln.

Politik für die Mitte: Zweifel an Glaubwürdigkeit der SPD?

Zusätzlich zur Kritik am Koalitionspartner soll der Vizekanzler seine Partei aufgefordert haben, "verstärkt Politik für die Mitte der Gesellschaft zu machen. Die Sozialdemokraten müssten die 'arbeitende Mitte der Gesellschaft' ansprechen." Laut der Einschätzung in Delegiertenkreisen war es jedoch nicht die Tendenz zu Mitte sondern eine nach der Rede von Gabriel ausgesprochene Kritik an Johanna Uekermann, der Vorsitzenden der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos. Uekermann habe Gabriel und der Partei mangelnde Glaubwürdigkeit vorgeworfen.

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mie/news.de/dpa

10 Kommentare
  • putinfanatiker

    13.12.2015 17:03

    Oh Gott wenn diese Vollgeschissenne MENSCHENHAUT BK wird , der ist doch wohl noch SCHLIMMER als IM Erika !!!!!

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  • Peter Lange1

    12.12.2015 14:05

    hellboy: Mit wem sollen sich die Wachsfiguren auf welchem geistigen Niwo wo unterhalten? Die Wachsfiguren sind doch dann geistig voellig unterfordert!

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  • Michael Möller

    12.12.2015 10:24

    jeder der seine Ansprache gestern hört hat bzw. verfolgte, muß sich doch fragen wo bei dieser Partei der Verstand geblieben ist, denn das haben Sie schon vor Jahrzehnten gesagt und was haben Sie umgesetzt nichts davon. die ehrlichen Steuerzahler (Arbeitnehmer) haben Sie mit Schröder verraten und jetzt will dieser Gabriel dem Volk noch den Rest geben. machen Politik nur gegen den Willen des Volkes und für die Konzerne weiter nichts .diese Partei hat sich in eine zweite FDP gewandlt.

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