Nach Terrorakt von San Bernardino: Trump fordert Einreiseverbot für Muslime

Er hat es erneut getan: Mit seiner Forderung eines kompletten Einreiseverbots für Muslime in die USA sorgt Präsidentschaftsbewerber Donald Trump wieder einmal für einen Skandal. Doch auch die Reaktionen seiner Mitbewerber hatten es in sich.

Donald Trump am 1. Dezember bei einer Veranstaltung in New Hampshire. Bild: Cj Gunther/dpa

Trump begründete seine radikale Forderung in einer Mitteilung mit einer Umfrage. Darin habe eine große Zahl der befragten Muslime Gewalt gegen Amerikaner in den USA bejaht, weil sie Teil des globalen Dschihad (Heiliger Krieg) sei. Die Umfrage wurde angeblich im Frühsommer 2015 unter 600 Menschen gemacht. Eine entsprechende Mitteilung des befragenden Instituts soll vom 23. Juni stammen.

Die Repräsentanten des Landes müssten nun klären, was eigentlich los sei, erklärte Trump. "Wir müssen herausfinden, woher all dieser Hass kommt."

Trump fordert Einreiseverbot für Muslime: Bezug auf Terrorakt von San Bernardino

Trumps Forderung kommt wenige Tage nach einer mutmaßlichen Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino, bei der 14 Menschen getötet wurden. Die beiden Täter, die kurz darauf von der Polizei erschossen wurden, waren Muslime. Die beteiligte Frau hatte vor der Attacke der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen. Der Anschlag löste in den USA große Unruhe aus.

Trump erklärte: "Solange wir dieses Problem und die damit verbundenen Gefahren nicht verstehen, darf unser Land kein Opfer der Attacken von Leuten werden, die an den Dschihad glauben."

Gegen die Werte der USA: Trump als Anführer eines Lynchmobs

Das Weiße Haus erklärte, Trumps Forderung sei vollkommen konträr zu den Werten der USA. Ben Rhodes, stellvertretender nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten, sagte CNN: "Wir haben die Anerkennung der Religionsfreiheit in unserer Verfassung." Amerikanische Muslimvertreter sagten, Trump klinge wie der Anführer eines Lynchmobs.

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