Sachsen soll sich abspalten: Pegida-Demo in Dresden: "Merkel und Gabriel sollen hängen"

Festerling fordert die Abspaltung Sachsens von Deutschland, Bachmann beschimpfte die Bundesregierung als "Berliner Diktatoren", Sprechchöre verlangten die Abschiebung von Asylbewerbern. Pegida radikalisiert sich in Dresden weiter.

Pegida demonstriert am 12.10.2015 erneut gegen die Bundesregierung, "Überfremdung" durch den Islam und die deutsche Asylpolitik. Bild: Bernd Settnik/dpa

In Dresden haben erneut mehrere Tausende Menschen an einer Demonstration des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses teilgenommen. Eine Woche vor der Kundgebung zum ersten Jahrestag der Pegida-Entstehung versammelten sich am Abend nach Schätzungen bis zu 9.000 Menschen auf dem Theaterplatz vor der Semperoper. Laut Polizei verlief die Veranstaltung ohne Störungen.

Erstmals seit längerem regte sich auch in Dresden wieder nennenswerter Gegenprotest: Etwa 250 Demonstranten stellten sich den Pegida-Anhängern entgegen. In Leipzig und Chemnitz gingen ebenfalls Anhänger der örtlichen Pegida-Ableger auf die Straße, allerdings deutlich weniger.

FOTOS: 2015 - Das Jahr der Flüchtlinge Die Flüchtlingskrise in Bildern

Pegida-Demo in Dresden: Galgen für Merkel und Gabriel "reserviert"

Juristische Folgen könnte ein Galgen haben, den ein Pegida-Anhänger in Dresden mit sich herumtrug und der laut Pappschildern für Kanzlerin Angela Merkel und ihren Vize, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, reserviert war. Ob der Galgen strafrechtlich relevant sei, müsse die Staatsanwaltschaft prüfen, sagte ein Polizeisprecher dem "Focus".

Im Laufe des Dienstag Vormittags äußerte sich Bachmann selbst zu der aus Holzlatten zusammengebauten Attrappe. Er bezeichnete die Berichterstattung über den am Montagabend mitgeführten Galgen als "unfassbare Übertreibung" der "Lügenpresse". Bachmann schrieb auf seiner Facebook-Seite von "lächerlichen Bastelarbeiten mit Schreibfehlern". Ob der falschen Schreibweise des Vornamens von Gabriel mit "ie" sei er "erleichtert" und "schon fast ein bisschen belustigt", erklärte der Gründer der islam- und fremdenfeindlichen Pegida.

VIDEO: Pegida zieht in Dresden erneut Tausende auf die Straße

Pegida und AfD fordern "Abspaltung Sachsens" und Kehrtwende in Asylpolitik

Die Hamburger Politikerin der AfD, Tatjana Festerling, forderte die "Abspaltung Sachsens von Deutschland". Lutz Bachmann bezeichnete die Bundesregierung als "unsere Berliner Diktatoren". Deren Flüchtlingspolitik kritisierte er scharf. Er forderte eine Kehrtwende. Es müsse "unattraktiver werden, in Deutschland Asyl zu beantragen", forderte der Pegida-Chef.

Riesige Sprechchöre forderten die Abschiebung der Asylbewerber und den Rücktritt Angela Merkels, die sie als "Mutter Terrorresia" beschimpften.

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saw/bua/news.de/dpa

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