Von news.de-Volontär Eric Mittmann - 07.10.2015, 14.57 Uhr

Russland in Syrien: Wo die Bomben fallen und warum

Russland hat mit seinem Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg begonnen. Die bisherigen Luftwaffen-Einsätze werfen jedoch Zweifel auf. Statt gegen den IS vorzugehen, eröffnet Russland eine zweite Front im Westen.

Russischer Luftschlag in Syrien. Bild: dpa/Russian Defence Ministry Press S

Das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hat laut einem Bericht von "Spiegel Online" eine neue Bodenoffensive gegen Stellungen der Rebellen begonnen. Aktuellen Informationen zufolge wurden sie dabei von Einheiten der russischen Luftwaffe unterstützt, die zudem "massive Angriffe in den beiden benachbarten Provinzen Hama und Idlib" fliege.

Seit Beginn seiner Militäroperation in Syrien machte Russland vor allem durch negative Meldungen auf sich aufmerksam. Statt die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anzugreifen und wie zuvor verkündet weiter zu schwächen, sollen sich die Ziele der russischen Luftangriffe bisher vor allem auf Stellungen der Rebellen und Zivilisten konzentriert haben. Die symbolträchtige Stadt Palmyra soll bombardiert worden sein. Zudem scheint Russland bereits mehrmalig den türkischen Luftraum verletzt haben.

Bürgerkrieg in Syrien: Das wollen Russland und die USA

US-Präsident Barack Obama geht nun sogar so weit, seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin die Stärkung des IS vorzuwerfen. Darüber hinaus kritisierte die Nato die angebliche Verstärkung russischer Bodentruppen. Das Problem: Trotz eines gemeinsamen Feindes verfolgen Russland und die USA derzeit unterschiedliche Ziele in Syrien.

Während sich die US-Angriffe auf Stellungen des IS konzentrieren, hält Putin weiterhin zu dem Regime Baschar al-Assads, für welches die Rebellen derzeit das größere Problem darstellen. Deren Positionen befinden sich hauptsächlich im Westen des Landes, den Gebieten um Homes, Aleppo und der russischen Basis Latakia. Die Stellungen des IS befinden sich dagegen im Nordosten des Landes, wo die USA ihre Angriffe vor allem um die Stadt Hasaka verstärkt hat.

Unterstützung für Assad: Putin vereint Rebellen

Die Frage, die sich an dieser Stelle aufdrängt, ist, ob Wladimir Putin in seiner jetzigen Rolle einen wirklich effektiven Beitrag in Syrien leistet. Die Antwort ist: jein. Natürlich muss in dem Bürgerkriegsland wieder Stabilität einkehren. Nur auf diese Weise kann der Krieg in Syrien und somit letztendlich auch die Flüchtlingskrise beendet werden. Dass dies nicht durch die Strategie des Westens erreicht werden kann, wurde bereits zu genüge bewiesen.

Die Bombardierung moderater Rebellen erscheint jedoch ebenso wenig Erfolg und Stabilität zu versprechen. Wie "Spiegel Online" berichtet, haben sich zuletzt rund 40 der meist verfeindeten Rebellengruppen zu einem Bündnis zusammengetan. Das Ziel sollte Putin seine Strategie überdenken lassen: Laut dem arabischen TV-Sender "Al Jazeera" hat man sich zu gemeinsamen Angriffen gegen die russischen Streitkräfte bereit erklärt.

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mie/Ife/news.de

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