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Für Flüchtlinge in Deutschland: Sigmar Gabriel lässt Grundgesetz auf Arabisch drucken

Sigmar Gabriel und die SPD lassen derzeit die ersten 20 Artikel des Grundgesetzes auf Arabisch übersetzen. Das Ziel: Die Broschüre soll an Migranten in Flüchtlingsunterkünften sowie an Bundestagsabgeordnete verteilt werden.

Sigmar Gabriel lässt das Grundgesetz auf Arabisch übersetzen. Bild: dpa

Die SPD will das Grundgesetz auf Arabisch an Flüchtlinge verteilen. Damit sollen vor allem Syrer rasch wissen, welche Werte und Regeln in Deutschland zu beachten sind. Gerade lässt die SPDdie ersten 20 Artikel der Verfassung übersetzen. "Wir wollen das in den Flüchtlingsunterkünften verteilen", kündigte Fraktionschef Thomas Oppermann amDienstag in Berlin an.

SPD lässt Grundgesetz auf Arabisch übersetzen

Denn Flüchtlinge müssten sich an die deutschen Werte halten: "Unsere Leitkultur ist das Grundgesetz." Neuankömmlinge sollten rasch lernen, dass in Deutschland Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit gilt. Oppermann sagte, hier könne man nicht früh genug für Klarheit sorgen: "Religionen können bei uns friedlich nebeneinander existieren. Das müssen alle wissen, das gilt für alle."

Vizekanzler Sigmar Gabriel (56, SPD) äußerte sich im Interview mit "Bild" zu dem Vorhaben. Er findet: "Die Menschen, die hierhin kommen, müssen nicht nur die deutsche Sprache erlernen, sondern auch die Spielregeln unseres Zusammenlebens kennen." Gabriel sieht die deutsche Verfassung als Leitkultur an, 10.000 Exemplare wolle seine Partei drucken und in Flüchtlingsunterkünften verteilen lassen.

Auch die Berliner Verkehrsbetriebe gaben ihre Infobroschüren bereits auf Arabisch heraus. Bild: dpa

Migranten müssen deutsche Prinzipien und Kultur verstehen

Abschließend erklärte Gabriel in dem Interview: "Dass bei uns Kirche und Staat getrennt sind, dass Männer und Frauen gleiche Rechte haben, dass bei uns Homosexualität nichts unnormales ist, dass die Lebenspartnerschaften frei gewählt werden können, dass wir ein Land sind mit Meinungsfreiheit, die auch Kritik an Religion einschließt oder wir keine Toleranz bei Antisemitismus zeigen, das alles sind Prinzipien, die wir erklären müssen – aber deren Akzeptanz wir von denen, die zu uns kommen, auch erwarten. Auch bei der Integration gilt: fördern und fordern."

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lvo/bua/news.de/dpa

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