Skandalvideo aus Ungarn: Flüchtlinge getreten: Brutalo-Kamerafrau entschuldigt sich

Das Video von der Kamerafrau, die an der ungarisch-serbischen Grenze Flüchtlinge brutal getreten hat, sorgt für eine regelrechte Hexenjagd gegen die Frau. Nun hat sie sich erstmals selbst zu Wort gemeldet, entschuldigt sich und erklärt ihr Verhalten so.

Die ungarische Kamerafrau, die Flüchtlinge angegriffen hatte, hat sich entschuldigt. Bild: news.de-screenshot (Twitter, @RichterSteph)

Gegen die Kamerafrau, die vor einigen Tagen Flüchtlinge an der ungarisch-serbischen Grenze angegriffen haben soll, laufen Ermittlungen. Das teilte die Staatsanwaltschaft im südostungarischen Szeged mit, wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtete.

Es gibt ein Video auf dem zu sehen ist, wie die Frau, die für den der rechtsextremen Jobbik-Partei nahestehenden Internet-Sender N1 TV arbeitete, einen Flüchtlings-Papa, der sein Kind auf den Armen trägt, umtritt. Das Skandalvideo aus Ungarn hat via Twitter und Facebook für europaweite Empörung gesorgt.

Brutaler Angriff Flüchtlinge - Ungarische Kamerafrau bittet um Entschuldigung

Ein weiteres Video zeigt, wie dieselbe Kamerafrau einem laufenden Flüchtlingskind gegen das Schienbein tritt. Die Reporterin wurde inzwischen von ihrem Arbeitgeber, dem privaten ungarischen Internet-Sender N1 TV, wegen dieser Vorgänge entlassen. Der Sender steht der rechtsradikalen ungarischen Partei Jobbik nahe, die konsequent gegen Flüchtlinge Stimmung macht.

Mittlerweile hat sich die beschuldigte Kamerafrau zu Wort gemeldet, sich entschuldigt und die regelrechte Hexenjagd gegen sie kritisiert. In einem Brief an die ungarische Zeitung "Magyar Nemzet" schreibt die Frau zu dem Vorfall: "Ich bekam es mit der Angst zu tun. Dann ist mir eine Sicherung durchgebrannt. Ich dachte einfach, ich würde angegriffen und müsste mich schützen. Es ist schwer, richtige Entscheidungen zu treffen, wenn Menschen in Panik sind."

Ungarische Kamerafrau versucht sich zu rechtfertigen: "Bin keine herzlose rassistische Kamerafrau"

Laut "Spiegel online" versucht sich die Frau wie folgt zu rechtfertigen: "Ich bin keine herzlose, rassistische Kamerafrau, die Kinder tritt. Ich verdiene weder die politische Hexenjagd noch die Beleidigungen oder Todesdrohungen gegen mich. Ich bin einfach nur eine arbeitslose Mutter kleiner Kinder, die eine schlechte Entscheidung getroffen hat. Es tut mir wirklich leid."

VIDEO: Ungarische Kamerafrau tritt nach Flüchtlingen
Video: Youtube (Exclusive! Story)

Ermittlungen gegen brutale Kamerafrau in Ungarn - Kündigung

Vorläufig werde die Frau nur der Randale verdächtigt. Jedoch sei es möglich, dass der Fall im Verlauf der Ermittlungen als schwerere Straftat eingeordnet werde, erklärten die Ankläger. Die zwei kleinen links-liberalen Parteien DK (Demokratische Koalition) und PM (Dialog für Ungarn) hatten die Frau angezeigt.

Ihren Job beim TV-Sender hat die Frau bereits verloren. Via Facebook hatten sich die Verantwortlichen gemeldet und das Verhalten der Kamerafrau als inakzeptabel bezeichnet.

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boi/lvo/news.de/dpa

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