Konflikte: Mindestens ein Toter bei Gewalt vor Parlament in Kiew

Kiew - Bei einer schweren Explosion vor dem ukrainischen Parlament ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Es gebe Berichte über Tote, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko dem TV-Sender 112.ua..

Mindestens ein Toter bei Gewalt vor Parlament in Kiew Bild: Sergey Dolzhenko/dpa

Nach Behördenangaben wurden bei den gewaltsamen Protesten gegen eine umstrittene Verfassungsreform mehr als 100 Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest, der eine Handgranate gezündet haben soll.

Mehr als 3000 Menschen protestierten im Regierungsviertel gegen die Reform, die den von Separatisten kontrollierten Gebieten im Osten des Landes Sondergesetzte zugesteht. Demonstranten warfen bei Ausschreitungen nach der Abstimmung Pflastersteine, Flaschen und Rauchbomben auf die Sicherheitskräfte.

Die Abgeordneten hatten die Verfassungsreform mit 265 von 368 möglichen Stimmen in erster Lesung angenommen. Mitglieder der rechtspopulistischen Radikalen Partei hatten vorübergehend die Präsidiumstribüne besetzt.

Die Radikale Partei lehnt die Reform ab, da eine Passage ein Sondergesetz über die von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiete Luhansk und Donezk vorschreibt. Ein bereits im vorigen September verabschiedetes Gesetz sieht Sonderrechte wie eine eigene Polizei und eigene Gerichte für einen Zeitraum von drei Jahren vor. Nationalisten sehen darin eine schleichende Aufgabe ukrainischen Territoriums. Mehr Autonomie für den Donbass ist aber Teil des im Februar verabschiedeten Minsker Friedensplans.

news.de/dpa

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