Marihuana, Kokain, Haschisch und Co.: Null-Toleranz-Strategie gefloppt - Drogen-Revolution in Berlin?

Aufräumen wollte Berlins Innensenator, den Drogenhandel im Görlitzer Park konsequent bekämpfen - seit Ende März wird dort schon der Besitz kleinster Mengen Marijuanas bestraft. Vier Monate später die Ernüchterung: Die Null-Toleranz-Linie im Görli bringt nichts. Die Dealer machen einfach weiter wie bisher.

Im Görlitzer Park in Berlin wird nach wie vor mit Drogen gedealt. Bild: dpa

Der Görlitzer Park ist Berlins größter Umschlagplatz für Drogen. Schon seit Jahren wird hier in aller Öffentlichkeit gedealt. Der Senat hat da seine eigenen Methoden, das Drogenproblem zu bekämpfen. Seit Ende März diesen Jahres herrscht dort eine Null-Toleranz-Politik, das heißt, auch nur der Besitz kleinster Mengen Marijuanhas ist verboten und wird bestraft. Wurde jemand früher mit höchstens 15 Gramm Cannabis erwischt, stellte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren fast in allen Fällen wieder ein. Im ersten Halbjahr 2015 beschlagnahmte die Polizei nach Informationen des "rbb" in ganz Berlin 21 Kilogramm Haschisch und 103 Kilogramm Marihuana.

Görlitzer Park: Null-Toleranz Linie gescheitert

Vier Monate später die große Überraschung: Die Null-Toleranz-Linie im Görli bringt nichts. Die Dealer sind nach wie vor da. Sie stehen an allen Parkeingängen, entweder alleine oder in Gruppen. Jeder wird angesprochen. Wenn Polizisten kommen, rennen sie einfach weg. Die Drogen landen dann im Gebüsch, wenn sie nicht ohnehin irgendwo auf dem Gelände versteckt sind. Später kommen sie wieder und der ganze Spaß beginnt von vorn.

Innensenator Frank Henkel erklärte den Görli zum Ausnahmegebiet

Dabei sollte doch alles besser werden. Innensenator Frank Henkel und Justizsenator Thomas Heilmann (beide CDU) ließen den Park Ende März zum Ausnahmegebiet erklären. "Ziel ist es, das Geschäft mit den Drogen am Görlitzer Park so unattraktiv wie möglich zu machen", hatte Henkel damals erklärt. Was die Kritiker schon vor dem Beschluss befürchteten, scheint nun Realität zu sein.

Das Verhalten von Käufern und Drogenhändlern im Park habe sich "nicht grundlegend geändert", heißt es auf rbb-online. Die Dealer würden der Polizei für kurze Zeit ausweichen, in Richtung angrenzender Straßen und den Schlesischen Busch östlich des Parks. Sobald die Einsätze beendet seien, kehrten sie zurück. "Umfassende und dauerhafte Verlagerungseffekte konnten von der Polizei bisher nicht festgestellt werden."

Razzia im Görlitzer Park. Bild: dpa

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jko/boi/news.de

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