Griechenland-Krise aktuell: EZB wartet auf Milliarden - Banken öffnen am Montag

Den IWF hat Griechenland zuletzt zweimal nicht bezahlt. Das wird der EZB am Montag nicht passieren, ist Europas oberster Währungshüter Draghi überzeugt. Derweil öffnen die Banken in Griechenland am Montag wieder.

Griechische Rentner warten vor der Nationalbank in Athen. Die Banken waren drei Wochen zwangsweise geschlossenen. Bild: Orestis Panagiotou/dpa

Das von der Pleite bedrohte Griechenland steht vor einer weiteren milliardenschweren Belastung: Am Montag (20. Juli) muss Athen 3,5 Milliarden Euro Staatsanleihen tilgen, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) gehalten werden. Während die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras beim Internationalen Währungsfonds (IWF) bereits mit gut 2 Milliarden Euro im Zahlungsrückstand ist, rechnet EZB-Präsident Mario Draghi fest mit einer fristgerechten Überweisung.

Griechenland-Krise aktuell: EZB wartet auf Athen-Milliarden

"Was die Rückzahlung am 20. Juli betrifft, deuten alle meine Informationen darauf hin, dass wir ausbezahlt werden", sagte Draghi. Dasselbe gelte für den IFW. "Damit ist dieses Thema vom Tisch." Am 30. Juni hatte Griechenland eine anstehende IWF-Rate von knapp 1,6 Milliarden Euro nicht entrichtet, Mitte Juli kamen 456 Millionen Euro hinzu. Draghi begründete seine Zuversicht unter anderem mit der Einigung der Eurogruppe auf eine Brückenfinanzierung.

Für die Zwischenfinanzierung sollen zunächst sieben Milliarden Euro aus dem EU-Rettungstopf EFSM kommen. Die Nicht-Euroländer sollen von den Risiken freigestellt werden. Dazu sollen Gewinne der EZB aus früheren Anleihekäufen (SMP) benutzt werden.

Brückenfinanzierung für Griechenland überlebenswichtig

Für Griechenland ist die Brückenfinanzierung überlebenswichtig: Denn das dritte Hilfspaket dürfte erst in einigen Wochen stehen und ohne die frischen Milliarden hätte das Land das Geld für die EZB kaum aufbringen können. In diesem Fall müsste die Notenbank vermutlich ihre Ela-Notkredite an die klammen griechischen Banken einstellen, das labile Finanzsystem des Landes würde dann wohl kollabieren.

Griechische Banken bereiten sich auf Öffnung vor

Nach einer dreiwöchigen Schließung öffnen die griechischen Banken morgen wieder. Geld können die Bürger am Schalter aber nicht holen - das soll nach wie vor nur am Automaten möglich sein, wie es in einem Erlass heißt. Diesen unterzeichneten die zuständigen Ministerien am Wochenende und machten damit den Weg für die Bankenöffnung endgültig frei. Die Europäische Zentralbank hatte zuvor die Nothilfen für die griechischen Geldhäuser um 900 Millionen Euro erhöht. Die Banken sind seit dem 29. Juni geschlossen.

Höhere Mehrwertsteuer in Griechenland ab Montag

In Griechenland gilt ab morgen eine deutlich höhere Mehrwertsteuer als bisher. Der Steuersatz für viele Produkte und Dienstleistungen steigt von 13 auf 23 Prozent. Die Erhöhung war vor wenigen Tagen vom griechischen Parlament gebilligt worden und ist eine der Voraussetzungen für den Beginn von Gesprächen über ein neues Hilfspaket. Die griechische Presse listete die Produkte auf, für die sich die Mehrwertsteuer erhöht. In Tavernen und Bars etwa werden künftig 23 Prozent für die servierten Getränke und Gerichte fällig.

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rut/news.de/dpa

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