Griechenland wird zum Knackpunkt der CDU: Angela Merkel bangt: Eigene Leute drohen mit "Nein"

Am Freitag wird Angela Merkel über ein mögliches neues Hilfspaket für Griechenland abstimmen lassen. Der Bundestag muss dabei seine Zustimmung geben, damit die Verhandlungen überhaupt fortgesetzt werden. Doch nun droht der Bundeskanzlerin aus den eigenen Reihen Gegenwind.

Schon vor der Abstimmung über ein drittes Hilfspaket für Griechenland ist klar: Der Bundestag wird sich nicht bedingungslos Angela Merkel in dieser Frage anschließen. Die will das Rettungsprogramm für Griechenland unbedingt fortsetzen, doch gerade in der Unions-Partei gibt es Argwohn. Viele wollen Athen nicht noch mehr Geld zusprechen. Berichten zufolge, wollen 50 CDU-Politiker der Kanzlerin die Gefolgschaft verweigern.

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Steht Angela Merkel bald alleine da? Bild: Britta Pedersen/picture alliance/dpa

Bis zu 50 Bundestagsabgeordnete von CDU und CSU wollen gegen Hilfspaket stimmen

Schon im Februar stimmten 29 Bundestagsabgeordnete von CDU und CSU gegen die Verlängerung des zweiten Hilfspaketes für Griechenland. Tatsächlich sind nun noch mehr Politiker wesentlich skeptischer gegenüber Athen eingestellt und wollen nicht noch mehr Geld ausgeben. Geld, das man wohl so schnell nicht wiedersehen wird. Die "Bild" berichtet, dass bis zu 50 Abgeordnete von CDU und CSU am Freitag im Bundestag gegen ein drittes Hilfspaket für Griechenland stimmen wollen. Das Blatt zitiert ein Mitglied der Fraktion: "Ich rechne mit gut 50 Nein-Stimmen". Einige Politiker gehen offen mit der Verweigerung ihrer Gefolgschaft für Merkel um und stellen sich so klar gegen ihre Politik in der Griechenland-Krise.

Abgeordnete fürchten eine große Schuldenlast für Deutschland

Der CDU-Politiker Christian von Stetten ließ gegenüber "Focus Online" verlauten: "Mit einem solchen Bundestagsbeschluss würden wir uns der Insolvenzverschleppung schuldig machen und die nächste Generation mit ungedeckten Schecks belasten. Wer hier zustimmt, muss in Zukunft viele unangenehme Fragen beantworten. Wir Bundestagsabgeordnete müssen endlich akzeptieren, dass die ungedeckten Schecks aus Griechenland wertlos sind und die deutsche Bevölkerung einen Milliardenbetrag abschreiben muss. Wer dies heute noch leugnet, ist ein "Traumtänzer" und hat die Realität noch nicht begriffen."

Kein Vertrauen mehr in Athen und mögliche Reformen

Es ist wohl vor allem das verlorene Vertrauen in Athen, das die meisten Politiker von weiteren Hilfs-Zahlungen Abstand nehmen lässt. Schon zu oft konnte Athen nicht die vereinbarten Reformen umsetzen. Zudem steigt das Haftungs-Volumen Deutschlands immer mehr an. Eine Last, die vor allem spätere Generationen zu tragen haben werden. Griechenland steckt zudem schon seit Jahren in der Krise und scheint sich nicht erholen zu können. Auch andere europäische Staaten wie Finnland stehen einem erneuten Hilfs-Programm skeptisch gegenüber.

FOTOS: Eurokrise So verhasst ist Merkel in Griechenland
zurück Weiter Am Tag vor Angela Merkels Griechenland-Besuch gehen bereits Hunderte Hellenen auf die Straße. Sie machen deutlich: Die Kanzlerin ist bei ihnen nicht willkommen. (Foto) Foto: ddp images/AP Photo/Thanassis Stavrakis Kamera

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gea/sam/news.de

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