Griechenland-Rettung vor dem Aus: EU-Gespräche gescheitert, Bosbach droht mit Rücktritt

Das griechische Schuldendrama nähert sich unaufhörlich seinem letzten Akt - und der sieht für Athen nicht gut aus. Nur noch die Euro-Finanzminister können das Schlimmste verhindern. Immer mehr deutsche Politiker verlangen den Grexit.

Noch immer ist keine tragfähige Lösung für Griechenland gefunden. Bild: Michael Kappeler/dpa

Im Griechenland-Poker ist ein Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker vorerst gescheitert. Bei den diskutierten Reformen bestehe zwischen den Geldgebern und der Regierung in Athen noch immer ein deutlicher Unterschied, teilte ein Kommissionssprecher am Sonntag nach dem Abbruch der Beratungen in Brüssel mit.

Die weiteren Verhandlungen müssten jetzt in der Eurogruppe geführt werden. Das nächste Treffen der 19 Euro-Finanzminister ist am Donnerstag in Luxemburg geplant.

Griechenland-Krise: Martin Schulz hat weiter Hoffnung auf Einigung

Trotz des Abbruchs des Vermittlungsversuchs sieht der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, Spielraum für eine Einigung. Bis zum Treffen in Luxemburg würden die Gespräche weitergeführt, sagte er in der ARD-Sendung "Günther Jauch". Man werde weiter hart verhandeln müssen, weil beide Seiten ein Interesse daran haben müssten, dass es zu einem vernünftigen Kompromiss komme.

Wolfgang Bosbach droht im Falle weiterer EU-Hilfen mit Rücktritt

Ein weiteres Hilfspaket dürfte bei vielen deutschen Volksvertretern jedoch auf Unmut stoßen. So bekräftigte CDU-Politiker Wolfgang Bosbach bei Jauch, dass er im Falle weiterer EU-Hilfen für Griechenland sein Mandat im Bundestag niederlegen werde: "Ich möchte nicht illoyal sein, werde aber nie und nimmer gegen meine eigenen Überzeugungen abstimmen. Dann muss man auch persönliche Konsequenzen ziehen." Seiner Meinung nach müsse Griechenland aus der Eurozone austreten.

Ein weiteres Hilfpaket für Griechenland wurde beschlossen, nun zieht Wolfgang Bosbach persönliche Konsequenzen. Bild: Rainer Jensen/dpa

Die Zeit für eine Lösung des Konflikts drängt: Am 30. Juni läuft das schon zwei Mal verlängerte Hilfsprogramm für Griechenland auf europäischer Seite aus. Ohne Einigung droht dem Land der Staatsbankrott. Am 30. Juni muss Athen zudem rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Umstritten bei den Verhandlungen sind insbesondere Reformen bei den Renten oder der Mehrwertsteuer.

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Neues Hilfspaket von Reformbemühungen Athens abhängig

"Präsident Juncker bleibt überzeugt, dass mit verstärkten Reformanstrengungen auf der griechischen Seite und politischem Willen auf allen Seiten eine Lösung bis Monatsende gefunden werden kann", sagte der Kommissionssprecher in Brüssel weiter. Ein Reformpaket ist Voraussetzung für die Auszahlung von blockierten Hilfen in Höhe von 7,2 Milliarden Euro.

Dem Sprecher zufolge wurden am Wochenende einige Fortschritte erzielt. Die Pläne der Geldgeber und von Griechenland lägen auf einer jährlichen Basis um etwa zwei Milliarden Euro auseinander. "Außerdem bleiben die griechischen Vorschläge unvollständig", bemängelte der Sprecher.

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