Griechenland-Krise: Wut-Mails von Parteikollegen! Knickt Merkel jetzt ein?

Können Merkel, Hollande und Tsipras den gordischen Knoten lösen? In Brüssel geht das Griechenland-Drama in den nächsten Akt. Viele rechnen damit, dass es nicht der letzte sein wird. Immer mehr Parteikollegen der Kanzlerin wüten indes gegen weitere Hilfen.

Neuer Anlauf im Ringen um eine Lösung der Griechenland-Krise: Kanzlerin Angela Merkel, der französische Staatschef François Hollande und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras wollen am Mittwoch (10. Juni) versuchen, einen Kompromiss im Streit um die Forderungen der Gläubiger an Griechenland zu finden.

Das mitSpannung erwartete Treffen ist für den Abend am Rande des EU-Lateinamerika-Gipfels in Brüssel anberaumt. Die Regierung in Athen hatte in der Nacht zum Dienstag neue Reformvorschläge vorgelegt, die jedoch von Brüssel als nicht ausreichend bewertet wurden.

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Griechenland steht kurz vor der Staatspleite. Ist der Euro für das Krisenland bald Geschichte? Bild: dpa

Griechenland-Krise: Kommt das nächste EU-Hilfspaket?

Griechenland ist akut von einer Staatspleite bedroht. Das Hilfsprogramm für das Euroland läuft Ende Juni aus. Bis dahin muss ein Kompromiss über das von den Geldgebern aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) geforderte Reformpaket gefunden werden. Sonst können Hilfen von 7,2 Milliarden Euro nicht ausgezahlt werden.

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, dämpfte Hoffnungen auf eine rasche Einigung mit Athen. "Ich höre eine Menge Optimismus bei den Griechen, doch das ist eine Unterschätzung der Komplexität, was von ihnen erwartet wird", sagte der niederländische Finanzminister am Dienstagabend in einem TV-Interview in Den Haag.

FOTOS: Eurokrise So verhasst ist Merkel in Griechenland
zurück Weiter Am Tag vor Angela Merkels Griechenland-Besuch gehen bereits Hunderte Hellenen auf die Straße. Sie machen deutlich: Die Kanzlerin ist bei ihnen nicht willkommen. (Foto) Foto: ddp images/AP Photo/Thanassis Stavrakis Kamera

Angela Merkel erhält Wut-Mails von Parteikollegen

Bei einem kurzfristig angesetzten Spitzentreffen in Berlin wollten Kanzlerin Merkel und SPD-Chef Sigmar Gabriel am Dienstagabend die weitere Linie der Bundesregierung im Schuldenstreit miteinander abstimmen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur.

Doch die Geduld vieler Abgeordneter im Bundestag mit Griechenland scheint langsam, aber sicher am Ende zu sein. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, werde Merkel mit wütenden Mails von Parteimitgliedern überhäuft, die sich gegen neuerliche Griechenland-Hilfen aufbäumen. Eine weitere Abstimmung über Hilfen im Bundestag könnte so zur Zerreißprobe für Merkel werden. Wie lange kann sie ihren pro-griechischen Kurs noch durchhalten?

Zum Thema: Neue Milliarden für Griechenland? CDU-Politiker droht mit Rücktritt.

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Europäische Union schmettert Reformvorschläge von Athen ab

Zu den neuen Reformvorschlägen der Regierung in Athen hieß es in Brüssel, die dort genannten Ziele zur Haushaltskonsolidierung blieben hinter den bisherigen Absprachen zurück. So entsprächen die Zielwerte für den Primärüberschuss (Budgetüberschuss ohne Zinszahlungen) nicht den Zahlen, die EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in der vergangenen Woche mit Tsipras vereinbart habe.

Die Vertreter der Geldgeber verlangen als Ziel für den Primärüberschuss im laufenden Jahr ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der griechische Vorschlag bleibt nach einem Bericht des "Wall Street Journal" mit 0,75 Prozent dahinter zurück. Ziel der Regierung in Athen ist es, den Spardruck soweit es geht zu lindern.

Tsipras warnt: Bedeutet ein Grexit das Ende der Eurozone?

Am Dienstag hatte Tsipras den Zusammenbruch der Währungsunion vorausgesagt, sollte Griechenland die Eurozone verlassen müssen. "Es wäre der Anfang vom Ende der Eurozone", sagte er der italienischen Zeitung "Corriere della Sera".

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zij/news.de/dpa

9 Kommentare
  • werner.4321

    01.07.2015 16:57

    Der..., Die Türkei ist auch in der NATO. Also ist die Flanke nicht ganz offen. Allerding, die Gefahr des Spielens mit Russland und China sehe ich auch. Denn China hat schon einen Teil eines Hafens gekauft: Tafelsilber! Etwas, was man nach meiner Meinung NICHT verkaufen sollte. Allerdings einen Ausweg aus dieser Sackgasse sehe ich leider nicht! Ich hoffe, dass das Volk jetzt ein "JA" zu € und Europa abgibt! Ich hoffe, dass sich dann auch Europa weiter entwickelt!!! Auch im Sinne Solidarität!

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  • Pazifiko

    19.06.2015 14:47

    Diese ganzen Probleme wie die Euroschuldenkrise sind doch sowieso alle hausgemacht. Es sind Probleme, die sich der Mensch selbst geschaffen hat, nicht die Natur. Es wäre auch möglich, diese Probleme zu lösen. Doch wo kein Wille ist...

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  • Pazifiko

    10.06.2015 22:21

    Warum eigentlich die ganze Aufregung? Es ist doch genügend Geld vorhanden, nur eben leider nicht für das DEUTSCHE VOLK !!!

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