Für immer Grundsicherung!: Für fast drei Millionen ist Hartz IV Dauerzustand geworden

Hartz IV wird für Langzeitarbeitlose oft zum Dauerzustand. Die Bundesagentur für Arbeit hat eine neue Studie veröffentlicht. Darin wird die Bezugsdauer von Hartz IV näher untersucht. Ergebnis: Die eigentlich kurzfristige Grundsicherung wird oft über Jahre bezogen. Andrea Nahles will dem mit zwei Programmen entgegenwirken.

Die Bundesagentur für Arbeit hat eine neue Studie mit Statistiken zum Bezug von Hartz IV veröffentlicht. Demnach ist für viele, die die Grundsicherung beziehen, diese zu einem Dauerzustand geworden: Fast drei Millionen Hartz-IV-Empfänger sind schon vier Jahre oder länger auf die staatliche Grundsicherung angewiesen. Das sind demnach rund 46 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger.

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Hartz IV wird für Langzeitarbeitlose oft zum Dauerzustand. Sanktionen gefährden die Grundsicherung. Bild: Ralf Hirschberger/dpa

Die meisten Dauer-Hartz IV-Empfänger leben in Ostdeutschland

64 Prozent der Arbeitslosen erhalten schon länger als zwei Jahre Hartz IV, geht aus der neuen Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Damit sind mehr als die Hälfte der Arbeitslosen langfristig in einer Hartz IV-Falle. Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge die ostdeutschen Bundesländer, in denen die Quote mit Ausnahme Thüringens durchweg über 50 Prozent liegt. Den höchsten Wert verzeichnet Sachsen-Anhalt mit 54,5 Prozent, gefolgt von Berlin und Brandenburg mit 53,4 Prozent. Die meisten Dauer-Hartzer regional gibt es im sachsen-anhaltinischen Salzlandkreis mit 59,7 Prozent, aber auch die Uckermark in Brandenburg verzeichnet eine ebenso hohe Quote.

Auch im Ruhrgebiet ist die Langzeitarbeitslosigkeit oft dauerhaft

Aber auch in westdeutschen Städten mit hoher Arbeitslosigkeit, wie etwa im Ruhrgebiet, fällt die Verweildauer in der Hartz IV-Zone ähnlich lang aus wie in Ostdeutschland. Vor allem die Ruhrgebiet-Städte in Essen, Gelsenkirchen, Bottrop und Oberhausen sowie Mühlheim liegen mit einer Quote von 50 Prozent über dem Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen (46,3 Prozent). In Bayern und Baden-Württemberg ist dagegen nur etwa jeder Dritte schon länger als vier Jahre von Hartz IV abhängig. Die Quote liegt hier unter 40 Prozent. Im Landkreis Eichstätt und Pfaffenhofen liegt sie bei 20 Prozent.

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