Referendum zur Homo-Ehe: Was in Deutschland schief läuft

Im Jahr 2001 war Deutschland mit dem Lebenspartnerschaftsgesetz Vorreiter in Sachen Gleichstellung homo- und heterosexueller Paare. Inzwischen wurde Deutschland überholt - und es ist höchste Zeit, den guten Beispielen zu folgen.

Demo für die Homo-Ehe in den USA. Bild: Picture Alliance/dpa

Irland hat in einem Volksentscheid (oder Referendum) dafür gestimmt, die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare in die Verfassung aufzunehmen. Der Vatikan ist erzürnt, die Welt begeistert. Nun werden auch in Deutschland mehr und mehr Stimmen laut, die danach drängen, mit den Iren gleichzuziehen. Doch woran scheitert es?

Irland stimmt für die Homo-Ehe. Zieht Deutschland nach?

Fakt ist, wenn ein stark katholisch geprägtes Land wie Irland die Ehe gleichgeschechtlicher Paare einführt, was haben wir dann dagegen vorzuweisen? "Die Bevölkerung ist in diesen Fragen oft weiter, als wir denken," so CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn gegenüber der Zeitung "Die Welt.

Sie will ihn "heilen": Homosexueller Teenager von eigener Mutter vergewaltigt.

Deutschland muss zur Angleichung der Ehe nicht einmal das Grundgesetz ändern

Fakt ist auch, Deutschland müsste für die Einführung der Homo-Ehe nicht einmal das Grundgesetz ändern. Der Artikel 6 in der deutschen Verfassung schützt die Ehe, jedoch definiert er sie nicht. Demnach ist das Grundgesetz für eine andere Ehebeschreibung genauso gültig wie für die bisher gängige.

FOTOS: Homosexuelle Stars «Ich bin schwul, und das ist auch gut so»

Was lediglich fehlt, um die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare verfassungsrechtlich zu verankern, ist der Mut der Gesetzgeber. Rein rechtlich könnte die sie sofort anerkannt werden - es müsste nur einer den nächsten Schritt gehen und dies ausdrücklich ins Bürgerliche Gesetzbuch schreiben. Hinzukommend braucht es den Mut des Bundesverfassungsgerichtes, das die zu erwartenden Klagen gegen ein solches Recht abweisen muss.

Ehe und Lebenspartnerschaft haben gleich Rechte. bis auf die Adoption durch Homosexuelle

Um eine komplette rechtliche Angleichung von Ehe und Lebenspartnerschaft zu schaffen, fehlt nur noch ein kleiner Schritt. Und das ist die gemeinsame Adoption durch homosexuelle Lebenspartner. Ist sie erreicht, kann man sich die Abgrenzung von Ehe und Lebenspartnerschaft sparen.

Einer Entscheidung steht also nichts im Weg - der Drang nach einer Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare ist unüberhörbar. Mittels einer Petition wandten sich nun deutsche Schauspieler, Sänger, Moderatoren und Politiker direkt an Angela Merkel: Unterschiften sammeln für die Homo-Ehe also.

Dass es soweit überhaupt kommen muss... Ein Land, das sich als "fortschrittlich" rühmt, erscheint plötzlich zurückgeblieben. Denn Ehe ist Liebe - ob nun zwischen Mann und Frau, Frau und Frau oder Mann und Mann, wo ist der Unterschied?

FOTOS: CSD 2013 Schrill gegen Homophobie

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8 Kommentare
  • Hein Pongel

    03.06.2015 17:07

    Gar nicht. Mir ist unklar, weshalb Einzelne (egal wie viele) ihrer individualität wegen der Gesellschaft auf den Löffel gehen müssen, übrigens beiderseits. Da man in gesellschaftlichen Bezügen den Weg des Geldes nicht aus den Augen lassen soll: wenn von allen 15% von H-IV betroffen sind, sind es bei den gleichgeschlechtlichen Paaren (in BW) nur 4%. Das wäre ein Grund für den Hype um das Thema. Man kann damit Geld verdienen, auch der Staat. Ansonsten frage ich mich, was in der heutigen Zeit an der Ehe noch schutzbedürftig ist. Kinder sind für den Bestand der Art da, nicht für die Eltern.

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  • Karl-Heinz Kasch

    03.06.2015 15:28

    T3: ..warte jetzt auf einen Angriff auf die Ehe (hetero). Wann muss ich mich verteidigen, das ich NICHT schwul/lesbisch bin? Den Kindern wird ja schon der Vorteil von "schwul" im KiGa, Dildogebrauch,... erklärt. 2. Ziel in enger Zus.arbeit mit der SPD: Legalisierung von Kinderf*cker, Inzest, Nekrophilie, Zoophilie,...(mit oder ohne Hanf "Herr" Özdemir) u.a. Abartigkeiten unter dem Deckmantel "sex. Vielfalt". Achja "Herr" Hofreiter: Ich habe nur "weibliche" Freundinnen. Gendergaga, selbst Welttlit. wird gegendert, Unisex? Soll ich weitermachen, oder reicht es erst einmal? Kotz, würg, brech.

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  • Karl-Heinz Kasch

    03.06.2015 15:14

    T2: ...Rente einer Frau, die jahrelang geschuftet hat! Ich habe eine "Schwatzrunde" (neudeutsch: Talkshow) mit Willmaisch. o.s. gesehen... Allen Ernstes; da forderten Typen, das ICH Schwulensex akzeptiere (siehe Duden). Toleriere ja, aber lasst mich in Ruhe & belästigt mich nicht dauernd mit Euren... Ein Vater sagte u.a. dort: ER ist froh, dass seine Kinder nicht schwul/lesbisch sind. Aber da ging es los. Ist es soweit, muss ich mich jetzt verteidigen, weil ich keine schwulen/lesbischen Kinder habe? 1. Ziel der Grünen ist erreicht, ich

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