Heimtückischer Erreger in der Post: Anthrax-Gefahr: US-Armee schickt Milzbrand mit der Post!

Das US-Verteidigungsministerium, das die USA eigentlich vor Angriffen mit Biowaffen schützen sollte, hat sich einen haarsträubenden Fauxpas geleistet. Auf dem Postweg schickten Mitarbeiter offenbar lebende Exemplare des Milzbrand-Erregers quer durch die USA und nach Südkorea. Fälschlicherweise gingen die Experten davon aus, es handele sich um abgetötete Anthrax-Erreger.

Der Schutz vor Angriffen mit Biowaffen ist eine der Hauptaufgaben des US-Verteidigungsministeriums. Doch offenbar ist den Mitarbeitern des Pentagon jetzt ein fataler Fehler unterlaufen: Wie der "Focus" berichtet, sind lebende Exemplare des Anthrax-Erregers von einem Labor im US-Bundesstaat Utah aus auf dem Postweg kreuz und quer durch die USA verschickt worden, eine Briefsendung mit dem hochgefährlichen Milzbrand-Erreger landete demnach auch auf einer Militärbasis in Südkorea.

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Vermeintlich inaktive Anthrax-Erreger landen per Post in einem Dutzend Labors

Medienberichten zufolge gingen die Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums davon aus, dass es sich um abgetötete Erreger von Anthrax handele, da die Proben bereits in einem Militärlabor bestrahlt wurden, was die Erreger für gewöhnlich unschädlich macht. Nachdem die Milzbrand-Post ihre Empfänger erreicht hatte, meldete ein Labor auf dem US-Bundesstaat Maryland jedoch bei den Behörden Bedenken an: Die eingegangene Probe sei als vermutlich noch aktiv eingestuft worden.

Haarsträubende Panne im US-Labor: Offenbar wurden von Utah aus zahlreiche Proben des gefährlichen Milzbrand-Erregers per Post in die USA und nach Südkorea verschickt. (Symbolbild) Bild: picture alliance / dpa / Wolfgang Thieme

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Diese Entdeckung hat weitreichende Folgen: Da mehr als zwölf Labors in neun US-Bundesstaaten mit dem vermeintlich abgetöteten Anthrax-Erregers beliefert wurden, sollen nun umfangreiche Tests folgen, um festzustellen, ob die Biowaffen-Proben aktiv oder inaktiv waren. Mitarbeiter, die mit dem Erreger in Kontakt gekommen sein könnten, werden vorbeugend ärztlich behandelt.

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Milzbrand per Post: Tödliche Erreger auf US-Militärbasis in Südkorea

Zudem landete eine Sendung mit Anthrax-Erregern in einer US-Militärbasis im südkoreanischen Seoul. 22 Armeeangehörige könnten während eines Trainings der Probe ausgesetzt gewesen sein, teilte der betroffene US-Luftwaffenstützpunkt im südlich von Seoul gelegenen Osan am Donnerstag mit. Auch für die Armeeangehörigen seien «vorsorglich medizinische Maßnahmen» einschließlich der Vergabe von Antibiotika getroffen worden. Bei keinem der Betroffenen seien jedoch Anzeichen einer Belastung durch die Probe festgestellt worden. Auch bestehe kein Risiko für die Öffentlichkeit.

Die Probe sei von Ernstfall-Spezialisten des 51. Jagdgeschwaders in Osan in einem geschlossenen Bereich vernichtet worden, hieß es in Südkorea. Die Anlage sei abgeriegelt worden. Es habe sich wahrscheinlich «um eine inaktive Probe gehandelt», die jedoch nicht wie angenommen für Trainingszwecke gedacht gewesen sei. Es werde davon ausgegangen, dass die Probe selbst harmlos gewesen sei.

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loc/news.de/dpa

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