Von news.de-Volontärin Anne Geyer - 19.05.2015, 12.14 Uhr

AfD vor dem Aus: Bernd Lucke gründet neue Partei "Weckruf 2015"

Die AfD steht wohl vor dem Aus. Bernd Lucke hat mit seinem engsten Verbündeten aus der "Alternative für Deutschland" eine neue Partei gegründet: "Weckruf 2015" heißt diese. Schon seit der Gründung der Partei schwelte der Konflikt zwischen dem wirtschaftsliberalen Flügel um Lucke und dem nationalkonservativem Teil um Petry. Jetzt scheint die Eskalation des Streits erreicht.

Es ist noch nicht lange her, da hat "Spiegel" berichtet - AfD nimmt mehr als 7,7 Millionen Euro ein.

Lucke hat die Initiative "Weckruf 2015" gegründet. Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Die neue Partei von Bernd Lucke heipt "Weckruf 2015" - kein Witz

Tatsächlich hat Lucke bereits eine eigene Partei mit dem engsten Kreis seiner AfD-Verbündeten gegründet. Der schauerliche Name "Weckruf 2015" erinnert wohl eher an eine Jahreskonferenz der Zeugen Jehovas als an eine politische Partei. Was eher wie ein schlechter Scherz klingt, meint Lucke aber bitterernst. Am 18.05. ging die Website zur Partei online. In einer Botschaft an seine (ehemaligen) AfD-Parteigenossen schreibt er darauf: "Auch wir sehen für uns keine Zukunft in der AfD, wenn die Partei nicht entschieden denjenigen Einhalt gebietet, die pöbelnd Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen oder an den politischen Rändern unserer Gesellschaft hausieren gehen."

Lucke will sich von nationalkonservativem Flügel der AfD abgrenzen

Ein seltsames Statement. Musste sich Lucke doch selbst immer wieder Fragen zu seiner eigenen politischen Ausrichtung gefallen lassen. Die Ablehnung der rechten Kreise schienen bei ihm oft nur ein Lippenbekenntnis. Seine Aktionen sprachen bisher oft eine andere Sprache, wie der Wahlkampfspruch "Mut zu Deutschland", der von Lucke stammte, oder seine Listung der radiaklkonservativen Beatrix von Storch zur Europawahl.

Mehr zum Thema: Kampfansage: Lucke will Bedingungen für Verbleib in der AfD verkünden.

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Zwischen Bernd Lucke und Frauke Petry tobt ein Macht- und Politik-Kampf

Dennoch formt sich um Lucke in der AfD der wirtschaftsliberale Teil. Der andere Flügel ist national-konservativ und schart sich um Frauke Petry, ihres Zeichens Co-Vorsitzende der AfD. Zwischen diesen Flügeln soll es mächtig Krach gegeben haben und zu Luckes Entschluss der Abspaltung geführt haben. Lucke schrieb dazu auf der Homepage des "Weckruf 2015": "Unser Engagement für eine gute Sache darf nicht für die Zwecke derer missbraucht werden, die aus der AfD eine radikale, sektiererische Partei von Wutbürgern machen möchten." Anscheinend passten Lucke also die Ansichten des rechten Flügels seiner Partei dann doch nicht mehr so gut.

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