Tod durch Genickbruch: Brutale Festnahme: 25-jähriger Schwarzer stirbt

In den USA kam es erneut zu einem Fall von Polizeigewalt. Bei einer Festnahme in Baltimore im Bundesstaat Maryland wurde ein Schwarzer so schwer an der Wirbelsäule verletzt, dass er am Sonntag starb.

Nicht der erste Fall von Polizeigewalt: Hier trauern Angehörige des 50-Jährigen Schwarzen, der Anfang April von einem Polizisten in South Carolina erschossen wurde. Bild: picture alliance

Der 25-jährige Freddie Gray wurde am 12. April laut Angaben seines Anwalts, William Murphy Jr., nicht festgenommen, weil er eine Straftat beging, sondern weil er lediglich "ein rennender schwarzer Mann war", berichtet die "Baltimore Sun".

Freddie Gray stirbt eine Woche nach Polizeiübergriff

Nach weiteren Angaben des Anwalts seien die einzelnen Wirbel im Genick des Amerikaners bei der Festnahme gebrochen und das Rückenmark stark beschädigt worden. Seine Verletzungen seien "katastrophal" gewesen. Gray sei in ein Koma gefallen, gestorben, wiederbelebt worden und danach wieder ins Koma gefallen, bis am Montag schließlich eine ausgedehnte Operation vorgenommen wurde. Dennoch ist der junge Mann nun nach sieben Tagen seinen Verletzungen erlegen.

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Polizei in Baltimore will Umstände des Vorfalls nicht bekannt geben

Vier Polizisten versuchten, Freddie Gray am 12. April gegen 9 Uhr aufgrund eines mutmaßlichen Gesetzesverstoßes, der bisher nicht bekannt gegeben wurde, anzuhalten. Laut Aussagen der Polizei in Baltimore lief der 25-Jährige davon und wurde anschließend von den Beamten gefangen und auf dem Boden festgehalten, während die Gesetzeshüter auf Verstärkung warteten. Der schwarze US-Bürger soll noch bei Bewusstsein und ansprechbar gewesen sein. 30 Minuten nach dem Transport zur Polizeistation sollen Ärzte gerufen worden sein.

Anwalt Murphy hingegen besitzt eigegen Angaben zufolge Informationen, die beweisen, dass die Polizei erst nach einer Stunde medizinische Hilfe angefordert habe.

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Anwalt der Familie Gray kämpft für Gerechtigkeit

"Wir glauben, dass die Polizei die Umstände von Freddies Tod im Dunkeln hält, bis sie sich eine passende Version der Geschehnisse ausdenken konnten, die sie von aller Verantwortung entbindet", gab der Anwalt "Baltimore Sun" gegenüber bekannt. "Seine Familie und die Bürger Baltimores verdienen die Wahrheit und wir werden nicht aufhören, nach ihr zu suchen, bis wir Gerechtigkeit erhalten."

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Proteste in Baltimore

Nach Bekanntwerden der Tat versammelten sich mehr als hundert Menschen zu spontanen Protesten vor der Polizeiwache, um Antworten zum Fall Freddie Gray zu verlangen. Baltimores Bürgermeisterin, Stephanie Rawlings-Blake, versprach unterdessen eine umfassende Untersuchung des Vorfalls.

Freddie Gray: Nicht der erste Fall tötlicher Polizeigewalt

Bei dem Zwischenfall handelt es sich nicht um den ersten tötlichen Übergriff auf Schwarze durch die US-Polizei. Bereits im letzten Jahr wurde der 18-Jährige Michael Brown in Ferguson erschossen. Anfang April tötete ein Polizist einen unbewaffneten Schwarzen in South Carolina mit acht Schüssen.

VIDEO: Tausende protestieren gegen Polizeigewalt

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abu/zij/news.de

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