Impfpflicht in Frankreich: Knast und Geldbußen: Krasse Strafen für Impfgegner

Die Masernwelle in Berlin hat in Deutschland eine Diskussion um die Impfpflicht entfacht. Nun zeigen zwei Umfragen: Die große Mehrheit der Bundesbürger befürwortet eine solche Maßnahme. Bei unseren Nachbarn in Frankreich ist die Impfpflicht bereits beschlossene Sache: Mit harten Strafen für Impfgegner.

Impfgegnern droht in Frankreich im schlimmsten Fall der Knast. Bild: news.de-Fotomontage (dpa)

Rund drei Viertel der Deutschen befürworten Umfragen zufolge eine Impfpflicht für schwere Krankheiten wie Masern. Das zeigen zwei repräsentative Umfragen unter jeweils rund 1.000 Bundesbürgern.

Nach Daten des Meinungsforschungsinstituts YouGov sagten 40 Prozent der Befragten, sie seien "sehr für eine Impflicht" für solche Krankheiten, 34 Prozent waren "eher für eine Impflicht". Nur 21 Prozent waren "eher oder sehr gegen eine Impfpflicht". 5 Prozent zeigten sich unentschlossen. Besonders viele Befürworter hatte die Impfpflicht in der Altersgruppe ab 55 Jahre.

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Dreiviertel der Deutschen pro Impfpflicht

In einer Emnid-Meinungsumfrage für das Nachrichtenmagazin "Focus" begrüßten 76 Prozent die Forderung nach einer gesetzlichen Impfpflicht für Masern, 17 Prozent waren dagegen. Im Osten Deutschlands sind demnach sogar 90 Prozent für diese Maßnahme. In der DDR gab es eine Impfpflicht für mehrere Krankheiten.

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Impfpflicht gegen Masern in Teilen Europas bereits eingeführt

In einigen europäischen Ländern besteht derzeit eine Impfpflicht gegen Masern - unter anderem in Bulgarien, Estland, Kroatien, Serbien und Ungarn. Und auch in Frankreich ist die Impfpflicht laut dem Online-Portal "Wunderweib.de" schon lange Pflicht. Für Impfgegner haben die Franzosen sogar harte Strafen in petto: Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, müssen mit einer Geldstrafe von bis zu 30.000 Euro rechnen oder mit einer zweijährigen Haftstrafe.

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Bundesgesundheitsminister will Druck auf Bürger erhöhen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will den Druck auf die Bürger erhöhen, ihren Impfschutz zu verbessern. Die Impfquote müsse deutlich erhöht werden. "Wenn das nicht gelingt, darf eine Impfpflicht kein Tabu sein", bekräftigte Gröhe. Er wies im Bundestag bei der ersten Lesung seines Präventionsgesetzes auf besonderen Handlungsbedarf bei Kleinkindern bis zu zwei Jahren hin. Der Ausbruch der Masern habe die Impflücken offengelegt.

Er wolle im weiteren parlamentarischen Verfahren erörtern, ob die bisherige Impfvorsorge noch ausreichend sei, machte Gröhe deutlich. Das Gesetz sieht vor, dass die Schutzimpfungen bei Kindern und Jugendlichen besser dokumentiert werden. Impfen soll aber vorerst freiwillig bleiben.

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fro/boi/news.de/dpa

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