Rassismus?: Schock in den USA: Mann richtet drei Muslime hin

Ein Mann tötet in den USA drei junge Nachbarn mit Kopfschüssen. Weil es sich um muslimische Studenten handelt, kochen die Spekulationen hoch. War die Tat religiös oder politisch motiviert? Die Polizei meint bislang: Nein.

In dieser Vorstadtidylle passierte die tödliche Schießerei. Bild: dpa

Die Tötung von drei muslimischen Studenten in der Stadt Chapel Hill (US-Bundesstaat North Carolina) hat Unruhe in der islamischen Gemeinschaft in den USAausgelöst. Der mutmaßliche Täter wurde wegen dreifachen Mordes angeklagt, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Der 46-Jährige soll am Dienstag ein Ehepaar und die Schwester der Frau in einem Mehrparteienhaus mit Kopfschüssen getötet haben. Er habe sich nach der Tat ohne Widerstand gestellt und sei in Haft.

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Mann tötet drei Muslime - Nachbarschaftsstreit der Auslöser?

Bei den Opfern handele es sich um einen 23-Jährigen und seine 21 Jahre alte Frau sowie deren 19 Jahre alte Schwester. Die Polizei geht nach eigenen Angaben bislang davon aus, dass ein Nachbarschaftsstreit um einen Parkplatz der Auslöser für die Tat war. Hinweise auf ein anderes Motiv gebe es nicht.

Muslimische Gemeinschaft vermutet anti-islamischen Hintergrund

Der Rat für amerikanisch-muslimische Beziehungen (CAIR) rief die Polizei auf, den Spekulationen über einen anti-islamischen Hintergrund nachzugehen. Die Brutalität der Tat und die Tatsache, dass die Frauen in der Öffentlichkeit ein Kopftuch getragen hätten, mache Ermittlungen in diese Richtung notwendig. Der Täter sei zudem zuvor wegen anti-religiöser Äußerungen aufgefallen.

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Polizeichef bezeichnet Muslimen-Morde als "sinnlos" und "tragisch"

Der Polizeichef Chris Blue reagierte in einer Mitteilung auf die Forderungen, das Tatgeschehen daraufhin zu untersuchen. "Wir verstehen die Besorgnis über die Möglichkeit, dass es durch Hass motiviert wurde und wir werden jedem Hinweis erschöpfend nachgehen, um festzustellen, ob das der Grund war." Er bezeichnete die Tat als "sinnlos" und "tragisch". Eine Gerichtsanhörung sei für den 3. März angesetzt, berichteten Medien.

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Der Vater der beiden Studentinnen spricht laut der Zeitung "News & Observer" von einem Hassverbrechen. "Dies war kein Streit über einen Parkplatz. Der Mann hat meine Tochter und ihren Mann schon zuvor ein paar Mal drangsaliert." Es habe sich um eine Exekution gehandelt. "Eine Kugel in jedem Kopf", sagte der Mediziner, der in North Carolina eine psychiatrische Praxis betreibt. Seine Tochter habe sich noch ein Woche zuvor über ihren "hasserfüllten Nachbarn" beklagt.

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zij/news.de/dpa

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