Zukunft der Bewegung ungewiss: Schafft sich Pegida selbst ab?

Die Pegida-Bewegung hat in Dresden und vielen anderen Städten eine Welle der Sympathie, aber auch der Antipathie ausgelöst und eine Debatte um das Thema Islam, Ausländer aber auch Zuwanderung losgetreten. Erfahren Sie hier alles zu Pegida, Legida, Kagida, Bärgida und Co.

Das Bündnis "Patriotische Europäer gegen eine Islamisierung des Abendlandes" kurz Pegida ist eine Vereinigung, die von Lutz Bachmann in Dresden gegründet wurde. Entstanden ist die Bewegung durch eine Facebook-Gruppe Bachmanns im Oktober 2014. Seither wird von der Pegida-Bewegung in Anlehnung der Montagsdemonstrationen der damaligen DDR 1989/1990 Demonstrationsmärsche in der Dresdner Innenstadt organisiert.

Gegendemonstranten protestieren am 02.02.2015 an der Hauptwache in Frankfurt am Main gegen die islamkritische Bewegung Pegida. Bild: picture-alliance / dpa / Boris Roessler

Ziel ist es, die Politik auf eine verfehlte Einwanderungs- und Asylpolitik hinzuweisen. Die Pegida versteht sich selbst ausdrücklich nicht als Sammelbecken Rechter oder Nazis. Die Beteiligung an den Demonstrationen nimmt seit Oktober 2014 stetig zu und erreichte teilweise bis zu 25.000 Teilnehmer. Der Pegida-Bewegung wird eine inhaltliche Nähe zur AFD-Partei zugesprochen, die aber mehr oder weniger von der AFD selbst negiert wird. Man sieht lediglich in bestimmten Punkten inhaltliche Übereinstimmungen.

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Pegida nicht mehr nur auf Dresden beschränkt

Die breite Zustimmung und Teilnahme an den Montagsdemonstrationen gegen die "Islamisierung des Abendlandes" hat die Pegida, die übrigens seit Dezember 2014 ein eingetragener Verein ist, nun auch auf andere Städte Deutschlands transportiert. In verschiedenen Städten in Ost- und Westdeutschland sind bereits ebenfalls Demonstrationen erfolgt. Allerdings mit mehr oder weniger großer Beteiligung.

VIDEO: Weniger Zulauf für Pegida in Dresden

In Leipzig heißt die Bewegung dann "Legida", in Bonn "Bogida" usw. Die Pegida musste in jüngster Zeit allerdings den Abgang führender Köpfe verkraften. Nach dem Rücktritt Bachmanns, von dem Bilder, die ihn selbst in Hitler-Aufmachung zeigten, bekannt geworden waren, ist Kathrin Oertel die zweite bekannte Figur aus der Führungsebene der Pegida, die ihren Rücktritt bekannt gab. Oertel gründete vor kurzen die Bewegung "Direkte Demokratie für Europa", allerdings bisher mit eher mäßigem Erfolg. Bachmann sieht sich inzwischen übrigens wegen rassistischer Äußerungen einer Klage wegen Volksverhetzung gegenüberstehen.

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Pegida - von den ersten Demos bis zur Krise
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Gegendemos zur Pegida-Bewegung

Die Pegida-Bewegung sieht sich schon von Beginn an einer ebenfalls großen Gegenbewegung konfrontiert. Linke, Gewerkschaften und viele bürgerliche Organisationen und Parteien haben in den meisten Städten, in denen Pegida oder deren Ableger-Organisationen demonstrieren, Gegendemonstrationen veranstaltet. Die Teilnahmerzahl der Gegendemos war in vielen Fällen sogar größer als die der Pegida-Demos.

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Wie sich die Pegida-Bewegung nach dem Abgang der führenden Personen weiterentwickelt, bleibt abzuwarten. Ganz sicher ist eines: Die Pegida-Bewegung hat mit ihren Demonstrationen ein vielleicht unterbewertetes Thema aufgegriffen und die Themen Zuwanderung, aber auch Demokratie wieder in den Fokus der Politik gerückt. Die Furcht der Politik, die Bewegung könnte sich zu großen Demonstrationen ausweiten, die dann auch in Wahlergebnissen seine Auswirkung zeigt, bleibt indes bestehen.

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